Heath LedgerSchlechte Manieren

Heath Ledger
Australian actor Heath Ledger and Michelle Williams pose at 21st Santa Barbara International Film Festival at Lobero Theatre Santa Barbara
Heath Ledger und Michelle Williams
Kinostart - Dogtown Boys
Publicity picture of actor Ledger in a scene from 'Brokeback Mountain'

Heath hat das Spröde mit Ennis, dem heimlich verliebten Cowboy gemein, und wenn er über seine Rolle spricht, klingt es ein wenig, als hätte er den Mund voller Murmeln: „Jack (Jake Gyllenhaal) war Ennis’ wahre Liebe, aber er hasste es, so zu lieben. Im Prinzip ist Ennis ein Homophober, der sich nach einem anderen Mann verzehrt.“

So ähnlich könnte er sich auch selbst beschreiben. Denn Heath Ledger ist jemand, der Hollywood-Glitter hasst, aber seinen Beruf so leidenschaftlich liebt, dass er bereit ist, für ihn zu hungern. Mit 17 ging er, ein Surferdude ohne Highschool-Abschluss, mit 69 australischen Cent in der Tasche von Perth nach Sydney, um Schauspieler zu werden. Und gleich nach seinem geglückten Hollywood-Debüt „10 Dinge, die ich an dir hasse“ weigerte er sich bockig, zum Teenie-Idol zu werden und drehte stattdessen serienweise Kostümschinken („Der Patriot“, „Ritter aus Leidenschaft“, „Die vier Federn“), gähnte in Interviews und lamentierte über „Vergewaltigung“, wenn ein Studio sich erlaubte, mit seinem Gesicht für einen Film zu werben, in dem er die Hauptrolle spielte. Man konnte ihm schlechte Manieren vorwerfen, aber nicht, dass er ein falsches Spiel trieb: „Ich fand nichts dabei, meine so genannte Karriere kaputt zu machen, weil mich diese Art von Karriere nie interessierte.“

© rts
Heath Ledger

Durch die fünf Filme, mit denen er letztes Jahr die Kritiker entzückte, scheint er nun endlich zu sich gefunden zu haben. Wie losgelassen bewältigte er eine Bandbreite, die selbst für Charakterdarsteller selten ist.

Von den „Brothers Grimm“ zum 70er-Skater-Guru in „Dogtown Boys“ über „Brokeback Mountain“ und „Casanova“ zur australischen Junkie-Romanze „Candy“: Es war für alle etwas dabei. Die „New York Times“ schwärmte von seiner „pansexuellen Anziehungskraft“, sah in ihm einen Sean Penn, wenn nicht sogar Marlon Brando. Und das Branchenblatt „Variety“ witterte die Wiedergeburt eines Richard Burton – jemand, der aus einem fremden Land nach Hollywood kam, mit wenig Aufwand seine Kollegen an die Wand spielte und „unsere begehrenswertesten Frauen verführte“.

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Schlechte Manieren