Heidi KlumDie Models von morgen

Wie fänden Sie es, wenn Ihre Tochter Leni unbedingt Model werden wollte?

Auf jeden Fall müsste sie warten, bis sie halbwegs erwachsen ist. Aber letztlich kommt es darauf an, dass wir ihr die richtigen Werte vermitteln. Das ist die Aufgabe von Eltern: starke Kinder großzuziehen, die mit beiden Beinen auf dem Boden stehen und nicht in der Luft herumschweben. Dann müssen sie auch nicht jeden Mist mitmachen.


Wie war das denn bei Ihnen?

Ich wollte unbedingt Tänzerin werden und habe das 15 Jahre lang gemacht. Ich kam sicher nie still und leise in die Klasse und habe mich wie ein Mauerblümchen verhalten. Ich stand immer ganz vorn in der Neonhose und war immer mit voller Leidenschaft dabei. Obwohl ich nicht die Beste war. Bis heute habe ich immer ein bisschen Muffensausen, wenn ich auf die Bühne komme, aber ich glaube, das gehört dazu. Sonst wird man langweilig.

Ihr Job ist sehr hart. Das geben Sie ja auch den Kandidatinnen in „Germany’s Next Topmodel“ mit auf den Weg ...

Ich versuche, ihnen die Realität zu schildern. Aus meinem Mund haben sie übrigens nie den Satz gehört: „Du bist zu dick.“ In meiner Branche gelte ich ja auch als nicht sehr dünn. Aber natürlich muss man in diesem Business sehr fit sein, sehr durchtrainiert. Das ist wichtiger als sehr, sehr dünn zu sein. Ich könnte diesen Job nicht durchhalten, wenn ich keine Kraft dafür hätte, und die muss man erst mal aufbauen.

Wie gehen Sie mit Stress im Job um?

Ich habe wirklich Spaß bei der Arbeit. Ich treffe witzige Leute, ich lerne viel, es gibt keinen Alltagstrott, ich werde immer wieder neu stimuliert. Aber irgendwann schaue ich dann schon auf die Uhr und sage: „Leute, jetzt habt ihr noch eine Stunde, gleich bin ich weg!“ Ich will zum Abendessen zu Hause sein, danach geht es in die Badewanne, dann wird vorgelesen, oder mein Mann und ich sehen uns einen Film an oder quatschen.

Auf Seals neuem Album haben Sie ein Duett mit ihm gesungen …

Das war seine Idee. Er hat das Lied an unserem Hochzeitstag geschrieben und dauernd gesungen. Dann schlug er vor, dass wir das zusammen aufnehmen. Es war ein bisschen einschüchternd: Er ist einfach besser.

Kompliment, Ihre Stimme klingt ziemlich gut! Gibt es eigentlich etwas, das Sie nicht können?

Backen. Suppen kann ich gut. Ich schmeiße einfach alles, von dem ich denke, dass es schmeckt, wahllos in den Topf.

Und auch sonst trauen Sie sich alles zu?

Nun ja, ich bin schon im Meer mit Haien geschwommen. Für eine Sendung im Discovery Channel. Da waren 30, 40 Haie um mich herum, das war schon heftig. Heute, als Mutter von drei Kindern, würde ich das vielleicht nicht mehr machen. Auch beim Snowboarden fahre ich nicht mehr ganz so rasant in die Kurven. Früher bin ich die Pisten hinuntergebrettert, da war mir alles egal. Jetzt fahre ich – mütterlicher. Ich bin eben nicht mehr allein auf der Welt.

Interview: Katharina von der Leyen

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