Heike Makatsch Heike spielt Hilde

 

In ihrem aktuellen Film verwandelt sich Heike Makatsch in Deutschlands größte Nachkriegs-Diva. Warum sie beim Dreh unbedingt Champagner brauchte und was ein Knef-Moment ist, darüber spricht sie im AMICA-Interview
Text: Nike Vlachos
© Warner Bros.
Sie schwebt in dunklen Leggings und Ballerinas durch ihr Apartment, um die Augen ein gefühltes Kilo rabenschwarzer Wimperntusche, die Haare blond und kurz, in der einen Hand einen Drink, die andere nestelt am Plattenspieler. Wer Heike Makatsch so auf der Leinwand sieht, weiß, dass sie Hildegard Knef im Biopic „Hilde“ (ab 12. 3. im Kino) nicht nur spielt, sondern perfekt verkörpert.
AMICA: Wann ist Ihnen Hildegard Knef zum ersten Mal begegnet?

Heike Makatsch: Wirklich begegnet bin ich ihr leider nie. Bei meinen Eltern standen Bob-Dylan-Alben im Plattenschrank. Hildegard Knef fiel für mich eher in die Kategorie meiner Oma. Zum ersten Mal habe ich die Knef als exzentrische, ältere Dame wahrgenommen, die durch die Talkshows tingelt. Mit riesigen, langen Wimpern, rosa Lippenstift und Baskenmütze. Sie war für mich auch kein Idol. Lieben gelernt habe ich sie erst während meiner Vorbereitung auf den Film.

Wie haben Sie sich auf die Dreharbeiten vorbereitet?

Ich habe ihre Bücher gelesen und mit Leuten gesprochen, die sie kannten. Die Musik habe ich mit dem jungen Produzenten Jens Kuphal aufgenommen, der mit Hilde und Till Brönner die letzten Platten gemacht hat. Er sprach mit einer solchen Zärtlichkeit von ihrem Humor, ihrer Großherzigkeit, aber auch von ihrer Direktheit, die viele erschütterte. Alle, die das ertragen konnten, fanden sie unglaublich erfrischend und lustig. Es gibt nicht viele Menschen,
die Wahrheiten auch aussprechen. Diese Anekdoten über ihre Präsenz und Offenherzigkeit haben mir sehr geholfen und Spaß gemacht.

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Anders als die Diva Hildegard Knef wirken Sie sehr natürlich. Tragen Sie nie Schmuck?

Nein, weil mir das einfach nicht steht. Mein Freund mag Gott sei Dank auch keinen Schmuck.

Und geschminkt sind Sie auch nicht?

Selten, obwohl mir die künstlichen Wimpern von Hildegard Knef richtig gut gefallen haben. Genau wie die Mähne und die tollen Kleider. Für die Rolle wurde ich jeden Tag dermaßen herausgeputzt, dass ich gar nicht mehr in die alten Jeans schlüpfen wollte.

Es steckt also doch eine Diva in Ihnen?


Dieser Glamour hatte etwas verlockendes. Manchmal habe ich nach einem Drehtag zu Hause auf den Tisch gehauen und gemotzt: Wir müssen hier mal wieder entstauben, öfter mal Champagner trinken und überhaupt: Ich will endlich wieder ausgehen. Ich wollte wohl nicht ganz loslassen und vielleicht steckt Hilde bis heute noch ein bisschen in unseren vier Wänden.

Wären die Knef und Sie Freundinnen, wenn sie noch lebte?


Ich empfinde eine ganz warme Nähe zu ihr als Frau. Ich bewundere sie
als Künstlerin. Und ich könnte mir gut vorstellen, mit ihr befreundet zu
sein. Wahrscheinlich würde sie mir dann in diesem Hilde-Ton ant-
worten: „Träum weiter, Kleines.“


Das komplette Interview mit Heike Makatsch lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der AMICA (04/2009).

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