Heike MakatschGanz bei sich

Text: Katharina von der Leyen
Ganz bei sich

Wie wird man älter, ohne älter zu werden? Das Thema ihres neuen Films muss Heike Makatsch sehr am Herzen gelegen haben. Sie spielt in „Schwesterherz“ (ab 6. September im Kino) nicht nur die Hauptrolle, sondern hat mit ihrer Freundin, der FAZ-Autorin Johanna Adorján, auch das Drehbuch geschrieben: Die Geschichte der 33-jährigen Anne, Musikproduzentin, die im Urlaub mit ihrer kleinen Schwester feststellt, dass sie womöglich nicht mehr so jung ist, wie es ihr Leben auf der Überholspur verlangt. Im AMICA-Interview dagegen wirkt Heike Makatsch, selbst 36, vergnügt und jugendlich wie eh und je. Obwohl ihre sechs Monate alte Tochter Mieke Ellen ihr die Nächte empfindlich verkürzt.

AMICA: Die Sympathischste sind Sie ja nicht gerade in Ihrem neuen Film.

Heike Makatsch: Genau das wollten wir. Eine Figur, die ihr Sympathischsein verloren hat. Wenn man in einer Lebenskrise steckt, ist man nicht mehr sympathisch oder lustig oder denkt an andere. Ich hoffe, dass sich die Zuschauer trotzdem einlassen auf diese Frau, die sich verloren hat auf ihrem Weg. Es darf ruhig ein bisschen weh tun!

Weil man sich selbst darin wiedererkennt?
Ich habe schon gemerkt, dass sich viele Frauen so unmittelbar angesprochen fühlen von der Figur, dass sie sagen: Das kenne ich. Zum Beispiel den Druck, „jung und flexibel“ sein zu müssen, um im Job erfolgreich zu sein. Um einer gewissen Schicht von Männern zu gefallen. Um als Frau attraktiv zu sein. All diese Dinge.

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