Justin TimberlakeReifung eines Teenager-Idols

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Fenni Zylka über die nötige Reifung eines Teenager-Idols

Der erste Schritt war eine winzige Veränderung: Der Teenstar hörte auf, auf Fotos zu grinsen. Plötzlich sah ein erwachsener Tunichtgut von den Postern, einer, der sich nachts ins Haus schleicht und dem schnarchenden Mann die Ehefrau unter der Nase wegklaut. Die weiteren Schritte auf dem Weg zum Mann:

2. Nicht regelmäßig rasieren (nur den Kopf)

3. Tätowieren lassen (keine Einhörner!)

4. Gestandene Frauen daten (Cameron Diaz)

5. Nicht mehr davon reden, dass man im „Mickey Mouse Club“ bekannt geworden ist. Fehlen also nur noch:

6. Exzesse (in Maßen)

7. Depressionen (gelten als Zeichen von Tiefe)

8. Zynismus

Um nicht noch an den beiden letzten Punkten zu scheitern, setzt Justin Timberlake mittlerweile immer wieder auf Filmrollen: In Nick Cassavetes neuem Film „Alpha Dog“ (Filmstart leider gerade auf Ende des Jahres verschoben) spielt er, mit wilden Tätowierungen versehen, den besten Freund eines skrupellosen Drogendealers. Er versucht härter zu werden, ganz offensichtlich. Als Sänger aber bleibt Justin bis auf Weiteres die juvenil-charmante Testosteronschleuder, das verspricht schon der Titel seines neuen, für September angekündigten Albums „FutureSex/LoveSounds“ (Sony BMG). Was bleibt, ist ein Junge zwischen zwei Rollen. Und auch wenn man ihm das Bösesein immer noch nicht ganz abnimmt – allein die rührende Mühe um den Imagewechsel gehört belohnt.