High SocietyLukrative Trennung

High Society
File photo of Dave Navarro and Carmen Electra arriving at 46th annual Grammy Awards in Los Angeles
Scheidung: Dave Navarro und Carmen Electra
Actor Charlie Sheen and wife actress Denise Richards arrive during the 11th annual Screen Actors Guild awards

Und immer wieder schwebt die Frage im Raum: War die eine oder andere Ehe im Grunde nur ein Joint Venture? Ging es um Liebe oder doch eher um eine geschäftliche Partnerschaft, bei der der Ehevertrag den Marktwert der weiblichen Hälfte regelt? So wie Spitzenmanager ihre Posten gegen Millionenabfindungen räumen, tun das eben Spitzengattinnen auch nur gegen entsprechende Summen.

Je normaler Scheidungen werden (in Westdeutschland liegt die Quote zurzeit bei 43,6 Prozent), desto nüchterner gehen Frauen davon aus, dass sie irgendwann mal Ex-Frauen sind. Immer noch reichen mehr Frauen als Männer die Scheidung ein und zunehmend tun sie das nach jahrzehntelanger Ehe, oft in der Überzeugung, dass das noch nicht alles gewesen sein kann, was die Welt an Glück für sie vorgesehen hat. Eine gelungene Scheidung, schnell und entschlossen wie das Abreißen eines Pflasters, ist die beste Grundlage für die nächste Lebensphase. Manche Damen der Gesellschaft halten sich aber mit Forderungen eher zurück, wohl wissend, dass potenzielle Kandidaten für eine zweite Ehe sich erst mal die Scheidungshistorie ansehen.

Penups

Ebenso selbstverständlich sind inzwischen Eheverträge. In New York etwa hat sich die Zahl der „Prenups“ („prenuptial agreements“) angesichts der hohen Scheidungsrate – achtmal so hoch wie im restlichen Amerika – mehr als verdreifacht. Auch der Umstand, dass die Leute immer später heiraten, zu einem Zeitpunkt also, wo es schon einiges Vermögen und deshalb einiges zu verlieren gibt, lässt viele die emotionale Hürde nehmen, über die Scheidung zu reden, bevor die Ehe überhaupt begonnen hat.

Für Donald Trump, einen Mann mit viel Erfahrung in diesen Dingen, ist der Ehevertrag wie ein Lackmustest für eine Beziehung: „Immer hässlich, immer schmerzhaft. Aber wenn man das durchsteht und danach noch miteinander redet, hat die Ehe eine gute Chance.“

Eher ehegefährdend sind dagegen die immer beliebter werdenden Lifestyle-Klauseln, die sich viele in die Eheverträge schreiben lassen: Da wird Kinderlosigkeit festgelegt oder ein Bonus bei Untreue verabredet (wie angeblich in Catherine Zeta-Jones’ Vertrag mit Michael Douglas), da wird minutiös die Häufigkeit von Sex geregelt, wie viel Zeit mit den Schwiegereltern zu verbringen ist und ob die Kinder vegetarisch aufgezogen werden sollen.

Tom Cruise hat sich von Katie Holmes vertraglich zusichern lassen, dass sie nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Suri so schnell wie möglich wieder auf ihr Normalgewicht zurückkommt. Solange Society- Paare ihre Ehen auf so solide Fundamente stellen, sind noch viele grandiose Scheidungen garantiert.