Interview mit Eva Padberg„Ich werde nicht jünger, so viel ist klar“

© dpa/Jens Kalaene
Als Model sind Sie pausenlos unterwegs. Welche Reise ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Eine der beeindrucktesten Reisen, die ich je für einen Job gemacht habe, war ein Shooting für die „Vogue“ in Indien. Weil ich von mir aus wahrscheinlich nie selbst nach Indien gefahren wäre. Leider habe ich nur sehr wenige Fotos von der Reise, weil das alles vor dieser „Handyfoto“-Zeit war und ich nur ein paar Schnappschüsse machen konnte.  Aber da gab es so viele Eindrücke, die ich dort gesammelt habe, die sehr schön, aber auch stellenweise ein sehr krass waren. Gerade in Indien gibt es einen großen Unterschied zwischen arm und reich. Damit konnte ich am Anfang nicht gut umgehen. Kinder kamen auf der Straße auf einen zugelaufen, waren krank und bettelten und auf der anderen Straßenseite stand eine riesige, moderne Shopping-Mall. Diese krassen Gegensätze in Indien waren schon sehr beeindruckend!

Wie viel Zeit haben Sie privat für Urlaub?
Urlaub ist für mich auf jeden Fall immer Luxus. Ich glaube, ich kann meine Ferien aber besser mal spontan machen, als jemand, der einen Job hat, in dem er seinen Urlaub ein Jahr im Voraus beantragen muss. Mein Mann ist auch so flexibel. Wenn er an einem Wochenende keinen Auftritt hat und ich keinen Job habe, dann können wir spontan irgendwo hinfahren. Nur wenn wir mit Freunden verreisen, planen wir längerfristig. Wir machen zum Beispiel immer Anfang des Jahres mit vielen Leuten einen Skiurlaub in Österreich und den organisieren wir meistens schon im Sommer.

Sie modeln, moderieren für InStyle-TV und waren Jurorin bei „Das perfekte Model“.  Ist etwa bald Schluss mit der Modelkarriere?
Ich werde nicht jünger, so viel ist klar. Das Modeln ist für mich nach wie vor mein Hauptberufszweig und ich denke, das wird es auf jeden Fall noch ein paar Jahre bleiben, aber die Aufträge werden natürlich anders. Ich werde nicht mehr für einen Job gebucht, für den jemand ein junges 20-jähriges Mädchen haben will. Das ist aber nicht schlimm und dessen bin ich mir bewusst. Jetzt nutze ich die Möglichkeiten, die sich bieten, um andere Sachen auszuprobieren. Das macht mir viel Spaß. So lerne ich immer wieder etwas Neues dazu. Das ist ja auch nie verkehrt.

Sie haben öfter mal probiert Fotos von Heidi Klum nachzustellen. Was steckt dahinter?
Bei diesem letzten Bild mit dem BH habe ich nicht mal soweit gedacht. Ich war leicht überrascht, dass das so eine Welle gemacht hat. Das war komplett aus der Luft gegriffen. Ich habe eher an „Austin Powers“ und die Fembots gedacht und nicht an Heidi. Wir hatten einfach nur Spaß am Set und ich hatte einen mega Push-up-BH an und dann kam das Bild zustande. Es hat tatsächlich nicht alles, was ich mache, etwas mit Heidi Klum zu tun. Ich habe Heidi einmal vor Ewigkeiten in Berlin kennengelernt und seitdem nie wieder etwas mit ihr zu tun gehabt. Ich glaube, dass sie eine professionell und hart arbeitende Frau ist. Mehr ist dazu eigentlich auch nicht zu sagen.

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