Interview mit Gemma Arterton Coole Cinderella
Lieber lässig als hochelegant: Mit AMICA Online sprach Schauspielerin und „G-Star“-Model Gemma Arterton über Stil und was sie von ihrem Lieblingsmärchen gelernt hat.
Text: Kerstin Kotlar
© PR
Weil sie ihre Schuhe nicht gefunden hat, ist Gemma Arterton spät dran. Doch dann erscheint das G-Star-Model im schulterfreien Denim-Outfit gut gelaunt im Schiff vor dem Stand des Labels auf der Bread & Butter in Berlin. Zum schlichten Make-up blitzen ihre braunen Augen und Sommersprossen. Der Sonnenschein flirrt durch die Fenster, der Ventilator rattert laut.
AMICA Online: Welche Schuhe sind es denn jetzt geworden?
Gemma Arterton: Schwarze High Heels von Christian Louboutin mit 14-Zentimeter-Absatz. Die sind sehr, sehr hoch. Aber ich liebe sie. Überhaupt sind Schuhe wirklich eine Leidenschaft von mir. Ich habe eine große Sammlung.
Wie viele Paar haben Sie?
Ungefähr 70.
Das ist aber gar nicht so viel.
Ich gebe sie dann auch wieder weg. Zum Beispiel, wenn sie kaputt sind oder ich sie selten trage. Inzwischen kaufe ich keine verrückten Schuhe mehr, sondern vielmehr klassische Formen. Ich stehe total auf Alaia und Christian Louboutin. Wenn man tolle Schuhe anhat, kann man alles tragen und es sieht schön aus.
Wie würden Sie Ihren eigenen Modestil beschreiben?
Meistens sehr relaxt und vor allem schlicht. Ich stehe nicht auf Rüschen oder Muster. Das steht mir nicht. Einfache Dinge passen besser zu mir. So wie eben G-Star, das eine Mischung aus burschikos und elegant ist. Also weniger feminin.
Ja, genau. Damit fühle ich mich nicht wohl.
Wie haben Sie sich auf der Fashion Week gefühlt?
Es ist meine erste Fashion Week und es ist wundervoll. Berlin ist lässiger und cooler als London. Extrem ist der Unterschied zu Paris oder Mailand, wo alle sehr auf ihr Auftreten bedacht sind – mit High Fashion. In Berlin sind die Menschen weniger trendorient, sondern machen einfach ihr eigenes Ding. Das mag ich.
Welche deutschen Modelabels mögen Sie?
Ich mochte sehr, was Jil Sander in ihren letzen Kollektionen gemacht hat. Sie war eine wahre Trendsetterin. Ihre Mode ist schlicht und elegant.
Und was halten Sie von Michalsky?
Michalsky? Kenne ich nicht. Wer ist das?
Er macht eines der größten Events auf der Fashion Week Berlin, die StyleNite am Freitagabend.
Ah okay, das klingt spannend. Da werde ich leider nicht hingehen können, weil ich schon wieder zurück nach London muss. In Berlin standen Sie erst für Ihren neuen Film „Hänsel und Gretel“ vor der Kamera. Model oder Schauspielerin? Was würden Sie einer Tochter empfehlen?
Hm, Schauspielern ist sehr viel erfüllender, für mich persönlich. Aber das würde ich sie selbst entscheiden lassen.
Inwiefern ist Schauspielern erfüllender?
Es fordert mich mehr. Vor allem in kultureller Hinsicht finde ich es anspruchsvoller. Ich muss aus meiner gewohnten Welt ausbrechen, man muss andere Menschen verstehen lernen. Deswegen genieße ich diesen Job mehr als das Modeln.
Was genießen Sie dabei besonders?
Mich in die Gedanken anderer hineinzuversetzen. Nur so kann ich nachvollziehen, warum jemand etwas tut. Insgesamt öffne ich mich für die Menschheit an sich. Es macht mich weltoffener, auch wenn ich eine Person spiele, die total krank oder kriminell ist, muss ich verstehen, wie sie tickt. Das ist einfach fantastisch. Sie lassen also gerne Ihren Kopf arbeiten?
Ja, aber es geht auch um Emotionen und das Geschichtenerzählen.
Als nächstes erzählen Sie im Film die Geschichte von Hänsel und Gretel. Was mögen Sie an Märchen?
Märchen haben immer einen düsteren Unterton. Denn eigentlich wurden sie erzählt, um Kinder in Angst und Schrecken zu versetzen und ihnen richtiges Benehmen beizubringen. Sie spielen oft mit unseren tiefsten Ängsten. Bei Hänsel und Gretel ist es das Verlassenwerden, dass Eltern ihre Kinder aussetzen. Bei Schneewittchen ist das Thema Eitelkeit. Weil es um fundamentale Ängste geht, können Märchen auch über Jahrzehnte hinweg wieder und wieder erzählt werden. Das finde ich toll.
Ihr Lieblingsmärchen?
Rumpelstilzchen. Der Kerl ist so herrlich frech und unverschämt, das finde ich einfach witzig. Obwohl ich hier nicht weiß, was der tiefere Sinn ist... Doch, eigentlich ist die Moral der Geschichte: Unterschätze nie irgendjemanden.










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