Interview mit Mark Ronson „Meine Frau sieht immer toll aus“

 

Gerade hat Mark Ronson das Unterwäschemodel Josephine De La Baume geheiratet. Im Gespräch mit AMICA Online schwärmte der Star-Produzent von ihrem Modestil und seiner Rock´n´Roll-Kindheit.
Eine Hochzeit, ein Trauerfall und ein Geburtstag innerhalb weniger Monate. Im Juli 2011 musste sich Mark Ronson von Amy Winehouse verabschieden – seiner guten Freundin und Kollegin. Als Produzent steht er hinter ihrem Album „Back to Black“, dem weltweit erfolgreichsten des Jahres 2007.

Einen Tag vor seinem 36. Geburtstag heiratete der DJ, der heute unter anderem mit Daniel Merriweather zusammenarbeitet, nun Josephine De La Baume.

Der gebürtige Londoner gab dem Unterwäschemodel in dessen französischer Heimat das Jawort. Prominente Gäste wie Sean Lennon, Kate Moss und Lily Allen wurden Zeugen, wie die Braut in einem elfenbeinfarbenen, tief ausgeschnittenen Kleid von Zac Posen zum Altar schritt.

Überhaupt gilt das It-Paar als besonders stylisch. AMICA Online traf Mark Ronson sogar bei der Fashion Week Berlin, um mit ihm über Mode und Musik zu sprechen. Kurz nachdem er mit Josephine De La Baume die Show von Escada besucht hatte und kurz bevor er bei der „Express yourself Night“ von Manhattan dem Party-Volk am Mischpult einheizte.
© Marlen Stahlhuth
Mark Ronson mit Lanvin-Sakko während der Fashion Week Berlin im Juli 2011
AMICA Online: Herr Ronson, geben Sie Ihrer Frau Moderatschläge?
Mark Ronson:
Sie fragt mich immer, ob Kleider gut an ihr aussehen und ich sage immer „ja“ (lacht). Aber im Ernst: Josephine hat meinen Rat nicht nötig. Sie weiß, was ihr gefällt. Sie sieht immer toll aus und ist sehr stylisch.

Wissen Sie denn, was sie mag?
Ja, Josephine findet Männerkleidung für Frauen gut. Die neue Escada-Kollektion ist ihr wie auf den Leib geschneidert. Bei jedem Look, der über den Laufsteg kam, habe ich ihr zugeraunt „das würde dir stehen“!

Welche Kleider finden Sie an Frauen attraktiv?
Was zu einer Persönlichkeit passt, lässt sie gut aussehen. Das habe ich im Haushalt mit vielen Frauen gelernt – mit meiner Mum und meinen jüngeren Zwillingsschwestern. Jede von ihnen hat ihren ganz eigenen Style.
Sie sehen aber auch nicht schlecht aus. Was tragen Sie?
Mein Sakko ist heute von Lanvin und die Hose von Acne. Ich besitze eigentlich nur Hosen dieses Labels. Gerne mag ich auch die Shirts von „Band of Outsiders“.

Ihre wasserstoffblond gefärbten Haare waren allerdings gewöhnungsbedürftig.
Ich habe die Farbe ja wieder rauswachsen lassen. Ansonsten wären mir wahrscheinlich bald die Haare ausgefallen.

Wie wählen Sie morgens Ihr Outfit aus?
Da gehe ich ähnlich vor wie bei der Musik. In beiden Bereichen mag ich viele verschiedene Styles und Jahrzehnte. Also kombiniere ich mehrere unterschiedliche Teile zu einem individuellen Ganzen.

Apropos Musik. Wann wussten Sie, dass Sie in diesem Business arbeiten würden?
Egal ob als Band-Mitglied oder Journalist – schon mit elf Jahren war mir klar, dass ich etwas mit Musik machen wollte. In den Sommerferien schrieb ich für Musikmagazine, so verrückt war ich. Mit 18 habe ich dann das DJing für mich entdeckt und mit 25 angefangen Platten zu produzieren.

Was ist aus der Band-Karriere geworden?
Als Gittarist war ich wohl nicht gut genug. Aber als Produzent kann man alle seine Erfahrung mit Musik vereinen. Dieser Job passt am besten zu mir und ich könnte mir nicht vorstellen etwas anderes zu machen.
Sie sind aber auch mit Rock’n’Roll aufgewachsen ...
Das stimmt. Eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen dreht sich um die Partys, die mein Vater gerne zu Hause feierte. Damals schlich ich mich nach unten, setzte mich neben den Lautsprecher und spielte Luftschlagzeug zur Musik. Als ich später anfing in Clubs aufzulegen, spielte ich hauptsächlich Hip-Hop, 70ies-Funk und Soul mit Platten aus der Kollektion meines Vaters.

Ihr Stiefvater Mick Jones nahm Sie auch mit auf Foreigners-Tour, oder?
Genau. Nachdem er meine Mum geheiratet hatte, reisten wir im Sommer mit ihm. Dass 20.000 Menschen ihm zuhörten, beeindruckte mich sehr. Ich krabbelte auf die Bühne, setzte mich hinter den Schlagzeuger und tat so, als würde ich auch spielen. Das war ein Riesenspaß für mich.
Sie sind Mitte 30. Wollen Sie eigentlich noch ewig in Clubs auflegen?
Eher nicht. Seit 15 Jahren bin ich DJ und anfangs musste ich mir damit mein Studio und mein Platten-Label finanzieren. Die großen Gigs in Las Vegas habe ich zum Beispiel gehasst.

Was haben Sie gegen Las Vegas?
In einem Großraum-Club 5.000 Menschen mit kommerziellem Hip-Hop zu bespaßen fand ich schrecklich. Jetzt macht mir DJing wieder mehr Spaß, weil ich mir aussuchen kann, was ich mache. Aber mir fehlt ein wenig die Übung.

Ihre Schwester Samantah ist auch DJ. Wird Sie Ihnen den Rang ablaufen?
Vielleicht. Es gab schon Gigs, bei denen sie viel besser war als ich. Sie ist sehr talentiert. Als sie anfing und ich aus Zeitgründen nicht auftreten konnte, habe ich den Leuten immer geraten „bucht einfach meine Schwester Samantha“. Viele Menschen und eine energiegeladene Atmosphäre sind genau ihr Ding.

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