Interview mit Teppichfürst Kamyar Moghadam„Charlène lockt neue Kundschaft nach Monaco“

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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Elegant und zeitlos sind die Looks der ehemaligen Schwimmerin Charlène von Monaco. Hier gibt's die neuesten Bilder der werdenden Mama.„Sie ist schwanger!“, „Es werden Zwillinge!“ – seit der Ankündigung des „freudigen Ereignisses“ aus dem Fürstenhaus Monaco Anfang Juni sind Adelsfans im Babyfieber. Charlène bekommt zum ersten Mal Nachwuchs. Lang ersehnt. In verschiedenen Interviews hatte die Fürstin darüber gesprochen, wie sehr sie sich Kinder mit Albert wünschte. Damit wächst die 36-Jährige in eine neue Rolle hinein. Wie Charlène sich im Lauf der Jahre entwickelt hat, bekommt Kamyar Moghadam ganz nah mit.

© Mayk Azzato
Für sein Teppich-Label Fashion for Floors mit Sitz in Monte Carlo, London, Frankfurt ist Kamyar Moghadam viel unterwegs.
Er legt sich oder vielmehr seine Fußbodenmode dem Fürstenhaus zu Füßen. Und das schon in Familientradition. In den siebziger Jahren hat sein Vater Grace Kelly kennengelernt, dadurch kam der Kontakt mit dem Fürstenhaus zustande. Heute ist Moghadam offizieller Hoflieferant.

Vor acht Jahren gründete der Teppichhändler-Sohn (geboren in Hanau, aufgewachsen in Frankfurt) mit Fashion for floors seine eigene Firma. Sein Auslegeschild: moderne Designerteppiche im hochwertigen Bereich. Deswegen hatte Kamyar Moghadam auch die Ehre den roten Teppich für die Hochzeit von Charlène und Albert zu gestalten.

„Genauso sind wir immer da für alles da, wenn etwas ausgebessert oder gewaschen werden muss. Wir sind immer erreichbar“, erzählt der Teppich-Fürst über die enge Verknüpfung mit dem Fürstenhaus. Zur Einrichtung des Kinderzimmers sind noch keine Details bekannt. Im Interview hat Moghadam aber verraten, welche Pannen beim Teppich-Knüpfen schon passiert sind, worauf Charlène steht und warum sie für Monaco eine ähnliche wichtige Rolle spielt, wie Grace Kelly zu ihrer Zeit.

AMICA Online: Wie läuft das ab, wenn Sie heute einen Teppich für das Fürstenhaus entwerfen?

© Charly Castro
Kamyar Moghadam: Es gibt einen Termin, für den ich persönlich in den Palast komme. Wir schauen uns zusammen an, für welches Zimmer der Teppich sein soll, welchen Zweck er erfüllen soll – ob privat oder repräsentativ. Ich komme mit ein paar Ideen wieder und wenn es ein Zimmer des Fürsten oder der Fürstin ist, suchen sie persönlich aus.

Sind sie denn immer zufrieden mit dem, was Sie mitbringen?
In der Regel schon, weil ich sie inzwischen sehr gut kennen. Aber wir diskutieren manchmal über Kleinigkeiten. Oder einmal hatten wir den Fall, dass die Initialen von Albert und Charlène auf dem Teppich waren – nur leider auf der falschen Seite, weil sie falsch geknipst worden waren. Das war natürlich dumm und das Stück musste neu geknüpft werden. So etwas passiert, aber da schmunzeln wir eher drüber. Wo ich nicht mehr lache, ist wenn es um ein offizielles Event geht. Zur Hochzeit hätte nicht statt des roten ein grüner Teppich kommen dürfen. Da habe ich vor Ort in der Produktion natürlich sehr darauf geachtet, dass nichts schief läuft.

Was haben Sie mit dem falsch geknüpften Teppich gemacht?
Den haben wir wieder zurück gesendet und der kam nicht auf den Markt. Der durfte nirgends auftauchen (lacht).

[kein Linktext vorhanden]Wie viel geben Fürstin und Fürst vor, wenn sie einen Teppich für den privaten Bereich möchten?
Ich schaue mir den Ort natürlich an. Charlène hat einen sehr guten Geschmack und eine genaue Vorstellung, von dem, wie sie es gerne hätte. Dann mache ich Designvorschläge, bringe ein paar Muster aus dem Lager mit und wir suchen alles zusammen aus. Das ist ein schöner Prozess. Sie hat ein gutes Gespür dafür und wir verstehen uns sehr gut dabei.

In welchem Stil mag sie es?
Bei ihr ist alles eher im neoklassischen Stil. Nicht Popart, sondern komfortabel und elegant. Sehr viel in Naturtönen. Das passt sehr gut zu ihr.

Welches war der letzte Teppich, den Sie ins Fürstenhaus geliefert haben?
Genaueres darf ich da nicht verraten, aber es war ein Teppich für einen privaten Raum.

Wie viele Teppiche im Palast sind denn nicht von Ihnen?
Da gibt es noch genug. Viele davon liegen dort ja seit Hunderten von Jahren. So alt bin ich noch nicht, um die alle zu ersetzen. Da habe ich noch ein bisschen Arbeit vor mir. (lacht)

© Mayk Azzato
Was wäre Ihr Traum für Fürstenhaus?
Oh, ich würde gerne in den großen Empfangsräumen neue Teppiche machen. Zum Beispiel im Eingangsraum, für den mein Vater damals schon einen Teppich entworfen hat. Oder auch in andere, große offizielle Räume würde ich gerne meine neue Kollektion legen. Die werde ich jetzt dann unterbreiten und bin gespannt, wie sie ankommt. Sie ist inspiriert von alten Schlossteppichen mit Medaillons, aber in Struktur und Farben ganz neu interpretiert. Das würde den Palast auffrischen.

Worüber der Palast ja nicht besonders glücklich ist, ist der neue Film „Grace of Monaco“. Was denken Sie, woran das liegt?
Ich habe den Film nicht gesehen und kann ihn inhaltlich deshalb nicht beurteilen. Aber für die Leute in Monaco, wie wir es auch sind, ist ein Film über Grace grundsätzlich schwierig. Es wurde nur eine Zeit um 1962 gezeigt, die eigentlich keinen interessiert. Das finde ich keinen guten Ansatzpunkt. Es ist nicht die Grace Kelly, an die wir uns erinnern. Grace hat so viel Tolles für Monaco gemacht. Deswegen hätte ich da eine ganz andere Geschichte erzählt.

Welche nämlich?
Das ist ein absolutes Cinderella-Märchen, das sie erlebt hat. Und sie hat damit ein ganzes Land verzaubert. Sie hat Glamour nach Monaco gebracht, so viele tolle Bekanntschaften geknüpft.

[kein Linktext vorhanden]Wie haben Sie persönlich Grace Kelly in Erinnerung?
Ich erinnere mich an sie als ich ein Kind war. Da habe ich meinen Vater zum Empfang mit der Fürstin begleitet. Sie war schön, elegant. Einfach eine Frau mit einer Aura. Außerdem war sie eine Frau mit großem Herzen und sehr lieb zu mir und meinem Vater.

Inwiefern profitiert Monaco heute noch von ihrem Glanz?
Grace hat es geschafft, Monaco wieder ins Rampenlicht zu rücken. Sie hat die Stars aus Hollywood angezogen, genauso wie den Geldadel ins Fürstentum gebracht. Das hat Monaco enorm geholfen und so ist auch die heutige Stellung immer noch ihr zu verdanken. Die ganze Welt kennt Grace Kelly, die immer mit Monaco in Verbindung gebracht wird. Grace Kelly war die beste PR-Botschafterin des Landes.

Was macht Charlène als ihre Nachfolgerin besonders gut?
Gerade erst hat Louis Vuitton seine Cruise Collection vorgestellt, mit einem Riesenevent. Der aktuellen Fürstin gelingt es extrem gut, eine neue Kundschaft nach Monaco zu locken. Und es damit in der Modewelt zu etablieren. Diese modebewusste Klientel anzusprechen, ist definitiv Charlène zu verdanken.

 

Hier sehen Sie den Trailer zum umstrittenen Film „Grace of Monaco“:
Video / 2:16 Min. / SquareOne/Universum

Wenn Nicole Kidman als Grace Kelly auftritt, halten die Monegassen den Atem an. Sie haben Angst ums Image. Auf dem Festival in Cannes feierte „Grace of Monaco“ als Eröffnungsfilm Weltpremiere. Der Trailer.