Interview mit Peyman Amin„Schlankheitswahn ist noch nicht Vergangenheit“

von AMICA Online Redakteurin J'adore les Parisiennes!
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Er ist der Modelmanager: Peyman Amin. Einst betreute der heute 41-Jährige Heidi Klum. Später saß Amin neben ihr in der Jury von „Germany’s next Topmodel“. Aktuell dreht sich bei Amin jedoch alles um ein anderes internationales Supermodel. Zusammen mit Bar Refaeli geht er in „Million Dollar Shootingstar“ (Start heute Abend, 20.15 Uhr auf Sat.1) auf die Suche nach dem perfekten Foto.

Heidi Klum ist kein Thema mehr. Nach vier Jahren hatte die Topmodel-Mama die Zusammenarbeit mit Peyman Amin als Juror bei „Germany’s next Topmodel“ beendet. Seitdem war die Stimmung zwischen beiden angespannt. Gerade soll Amin anlässlich ihrer Outfits auf der Bühne der European Music Awards mit „Zombie mit Burnout“ gegen die Topmodel-Mama geätzt haben. Der entsprechende Kommentar ist nicht mehr auf seiner Facebook-Seite zu lesen. Im AMICA-Online-Interview stimmte der Modelagent professionell-neutrale Töne an. Fragen zum ursprünglichen Medien - Bar Refaeli tritt nun doch nicht gegen Heidi Klum an sind von Prosieben explizit nicht gewünscht.

Alles Nebensache. Was für Peyman Amin zählt, ist die neue Show. Bar Refaeli sucht mit ihm und Fotograf Oliver Gast in „Million Dollar Shootingstar“ das Model mit dem besten Foto. Als „spektakulär, einzigartig, atemberaubend und wunderschön“ beschreibt Bar Refaeli das neue Format. Die 27-Jährige reist dafür mit zehn Kandidatinnen zu Fotoshootings ans Tote Meer in Israel, nach Island und Grönland oder zu den Victoria Falls in Afrika. Für jedes gewonnene Shooting bekommt das Model 100 000 Dollar in seinen Safe. Im Finale am 21. Dezember küren die Zuschauer aus drei Finalistinnen ihre Siegerin. Mit dem Schlüssel zu ihrem Safe könnte sie also eine Million Dollar abräumen, wenn sie zuvor alle Wettbewerbe gewonnen hätte. Im Interview mit AMICA Online erzählte Peyman Amin, warum seine Models keine Idealmaße brauchen, er Heidi Klum schätzt und wer bei ihm und Refaeli der Boss ist.

AMICA Online: Nach welchen Kriterien haben Sie die zehn Teilnehmerinnen ausgewählt?
Peyman Amin: Zunächst einmal sind alle Profis mit einer gewissen Erfahrung. Das war die wichtigste Voraussetzung: Wir wollten keine Amateure oder New Faces mit auf die Reise nehmen. Außerdem mussten die Models bereit sein für ein Abenteuer, weil wir unter sehr schwierigen Verhältnissen fotografieren. Wir haben mit allen Naturgewalten zu kämpfen – Hitze, extreme Kälte oder außergewöhnliche Höhenunterschiede. Um hier bestehen und sich behaupten zu können, braucht es viel Mut, vor allem aber auch Erfahrung, die die Models mitbringen müssen.

Es sind ja ganz unterschiedliche Frauentypen dabei …
Es kam uns nicht darauf an, dass die Models perfekte Modelmaße mitbringen. Sie mussten keine Mindestgröße haben, sondern auch Kleinere bekommen eine Chance. Genauso haben wir die Altersgrenze nach oben verschoben und es sind keine ganz jungen Küken dabei. Die Spanne geht etwa von 20 bis 28.

Warum war es Ihnen wichtig, sich von üblichen Modelmaßen zu verabschieden?
Weil wir ganz andere Anforderungen an die Kandidatinnen stellen. Es ging eben nicht darum, sich auf dem Laufsteg zu behaupten. Für uns steht das perfekte Foto im Vordergrund. Da kommt es darauf an, dass sie den richtigen Moment erwischen, den richtigen Ausdruck mitbringen und mit der Natur verschmelzen. Das ist ausschlaggebend für ihren Erfolg bei jedem Shooting, denn es geht um sehr viel Geld.

Inwiefern reagieren Sie damit auf die regelmäßig wiederkehrenden Magermodel-Diskussionen?
Grundsätzlich orientieren wir uns immer an der Gesundheit der Models. Für uns war es immer wichtig, dass die Kandidatinnen beim Essen nicht zu kurz kommen und wieder die Batterien aufladen können. Da gehört eine gesunde Ernährung unbedingt dazu. Allgemein zum Thema Schlankheitswahn: Das Problem gibt es in der Branche nach wie vor, es gehört leider noch nicht der Vergangenheit an. Letztendlich sind aber mehrere Instanzen gefordert. Das fängt in der Familie an. Wenn die Models auf die Reise gehen in die Modemetropolen dieser Welt, kommt es darauf an, dass sie den Bezug zu ihrer Familie nicht verlieren. Familie und Freunde sind das Wichtigste im Leben jedes Models, auch für die Gesundheit, gerade weil sie so viel unterwegs sind. Nur gesunde Models schaffen es sehr weit und langfristig erfolgreich zu sein.

Haben Sie für die Show zu dünne Models weggeschickt?
Wir achten während der Shootings sehr darauf, dass sich die Models gesund ernähren. Wenn wir den Eindruck haben, dass eine Kandidatin zu wenig isst, empfehlen wir eine Ernährungsumstellung.

Was macht das perfekte Foto für Sie aus?
Um vor der Bildgewalt des Hintergrunds nicht unterzugehen, müssen die Models einen starken Ausdruck an den Tag legen und große Präsenz zeigen. Das ist themenbedingt natürlich sehr unterschiedlich. Wir haben Mutter Natur in den verschiedensten Facetten als Kulisse. Sich hier gut in Szene zu setzen, ist eine Riesenherausforderung, wenn man mit Hitze, Kälte und beispielsweise Wasser zurechtkommen muss.

Worin unterscheidet sich „ Million Dollar Shootingstar“ von anderen TV-Formaten wie „Germany’s next Topmodel“?
Bei „Million Dollar Shootingstar“ geht es um das perfekte Foto und eine Menge Geld. Hier können nur die Stärksten bestehen und sich am Ende durchsetzen. Daher haben wir uns auch entschieden mit Models zu arbeiten, die bereits Erfahrung in der Modebranche gesammelt haben.

Die Looks von Bar Refaeli
Model Rafaeli arrives at the amfAR's Milan Fashion Week Gala in Milan

Welche Unterschiede zeigen sich in der Zusammenarbeit – jetzt mit Bar Refaeli, früher mit Heidi Klum?
Beide haben einerseits eine sehr professionelle Einstellung zum Beruf und andererseits die Fähigkeit in den Drehpausen für den Spaßfaktor zu sorgen, sich ganz menschlich zu zeigen. Was beide zudem auszeichnet, ist ihre starke Bindung zu Familie und Freunden genauso wie zur ihrer Heimat. Ich bin mir sicher, dass Bar Refaeli die Zuschauer auf ihre ganz eigene Art und Weise begeistern und verzaubern wird.

Trotzdem gab es mit Heidi Klum die ein oder andere Spannungssituation nachdem Sie raus bei „GNTM“ waren …
Ich spreche viel lieber über die Zeit, als wir zusammengearbeitet haben, als über die Zeit danach. Ich blicke nicht zurück, sondern nach vorne, deshalb freue ich mich auf die neue Show. Deswegen weiß ich die Arbeit mit Heidi trotzdem zu schätzen.

Wie ist Ihr Kontakt aktuell?
Zurzeit haben wir keinen Kontakt. Jeder hat seine Projekte, da gibt es nicht viele Schnittstellen, auch wenn wir in der gleichen Branche arbeiten.

Bar Refaeli vertreten Sie seit eineinhalb Jahren in Ihrer Agentur. Nun ist sie die Hauptperson der neuen Show. Sind Sie sich immer einig, wer nun gerade der Boss ist?
Das ist eine gute Frage. Es gibt solche und solche Momente. Manchmal ziehen wir uns ein bisschen auf. Aber am Ende ist sie der große Star. Das ist klar. Es freut mich, wenn ich ihr ab und zu kleine Tipps geben kann, weil ich einfach mehr Fernseh-Erfahrung habe. Aber das sind Kleinigkeiten wie zum Beispiel beim Ton oder bei der Lichtsetzung. Sie ist einfach ein Vollprofi und ich würde die Reise mit ihr gerne fortsetzen.

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