Johnny Depp I love Johnny Depp

S. 2/3

 

Die Vorbereitung auf ein objektives, unverblendetes Gespräch mit Johnny Depp geht so: einmal „I love Johnny Depp“ in die Suchmaschine eingeben und einmal „I hate Johnny Depp“.

Ergibt einmal 1720 Treffer – und einmal 62. In den 62 Hass-Seiten wird ihm seine „unerklärliche Liebe zu Franzosen“ vorgeworfen, dass er sich „zu tiefsinnig“ äußere und wie ein „Crackhead“ gekleidet sei. Stimmt. Und die Tätowierungen sind auch ganz furchtbar schlecht, alle elf. Manche sind einfach nur hässlich (gestümperte Zahlen), andere purer Kitsch (Indianerkopf, Kindernamen), aber rührend, weil sie ihm offenbar etwas bedeuten. Ebenso die Garderobe.

Sorry, ihr Hass-Seiten-Verfasser, Johnny würde auch in einem Fernsehsprecher-Jackett Adonis beschämen, und außerdem weiß die Reporterin aus früheren Interviews, dass Kleider im Depp’schen Universum Erinnerungen an bedeutsame Ereignisse im Leben sind. Was natürlich auf nervende Ernsthaftigkeit deuten könnte, aber im Gegensatz zu Sean Penn reist Johnny Depp nicht in den Irak, sondern wird dabei fotografiert, wie er einem Bettler in L.A. 50 Dollar zusteckt. Die er sich allerdings erst von seinem Chauffeur leihen muss, denn er trägt nie Bargeld bei sich.
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