Jorge González im Interview„Meine Oma sagte mir: Ich bin gut, wie ich bin“

© VOX/Timmo Schreiber
Können Sie am Gang einer Frau erkennen, was für eine Persönlichkeit sich dahinter versteckt?
Man kann da viel erkennen. Die Körpersprache signalisiert so einiges. Das kann ich wirklich analysieren und mir einen Eindruck über die Person verschaffen. Trotzdem bin ich da vorsichtig und rede lieber direkt mit den Leuten.

Aber die Ausstrahlung wird ganz stark durch die Körperhaltung beeinflusst. Das heißt, die Wirkung auf andere spielt sich oft auch im Unterbewusstsein ab. Ich versuche, den Chicas zu zeigen, wie sie bewusster Signale senden können, vor allem die Positiven. Am Ende gilt mein Satz: „Wie du gehst, so gehst du auch durchs Leben“

Wie beschreiben Sie beispielsweise Madonna anhand ihres Ganges?
Madonna ist exzentrisch, ehrgeizig, selbstbewusst und emotional. Das erkenne ich nicht nur an ihrem Gang, sondern auch an ihren Blicken, daran wie sie ihre Hüften und Schultern bewegt, wie sie sich hinsetzt.

Sind Sie selbst schon immer selbstbewusst durchs Leben gegangen?
Natürlich gab es auch schwierigere Zeiten. Als Kind hatte ich so viele Komplexe. Meine Unterlippe fand ich zum Beispiel zu groß und ich wollte lieber glatte als lockige Haare. Aber meine Großmutter hat mich immer wieder daran erinnert, dass ich gut bin, wie ich bin. Und ich dachte mir, wenn sie das sagt, dann wird sie Recht haben. Zum Glück hat sie das gesagt, denn von diesem Zeitpunkt an habe ich das geglaubt – bis heute.

Hat Ihre Homosexualität etwas damit zu tun, dass es auch schwierigere Zeiten gab?
Ja, es war nicht immer leicht für mich. Als Kind habe ich in Kuba auf der Straße die Leute sagen hören: „Lieber ein krimineller als ein homosexueller Sohn“. Als ich das gehört habe, dachte ich mir: „Was ist falsch bei mir?“ Da habe ich mein wahres Ich erst einmal versteckt und ein zweites Ich für meine Umgebung erfunden.

© VOX/Timmo Schreiber
Wir kennen von Ihnen ja fast nur das Ich auf High Heels. Wann haben Sie angefangen, auf hohen Schuhen zu laufen?
Mit vier Jahren habe ich schon angefangen mit den High Heels meiner Mama und Oma zu spielen. Als ich 17 war, habe ich dann angefangen, richtig darauf zu laufen für den Job als Choreograph und Model-Coach.

Wie viele Paar Schuhe besitzen Sie?
Ich habe aufgehört zu zählen, aber ich schätze so um die 350 Paare. Das sind aber nur meine High Heels, dann kommen noch die normalen Schuhe dazu.

Sie sind bekannt geworden als Catwalk-Trainer von „Germany’s next Topmodel“. Vermissen Sie die Show?
Nein. Ich habe die Zeit bei „Germany’s next Topmodel“ sehr genossen, aber jetzt genieße ich, was heute ist. Was gestern war, war gestern und jetzt bin ich heute hier und ich hoffe, die Zukunft bringt noch viele Überraschungen.

Wollen Sie mit Ihrer Sendung Heidi Klum Konkurrenz machen?
Überhaupt nicht. Es ist ein ganz anderes Format. Es geht nicht nur um junge Chicas, denn die Frauen, die zur „Chicas Walk Academy“ kommen, sind zum Beispiel in den aktuellen Kursen zwischen 14 und 62 Jahre alt. Es sind nicht alle Models und sie können nichts gewinnen. Die Frauen bezahlen mich, um ihre Ziele zu erreichen.

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„Meine Oma sagte mir: Ich bin gut, wie ich bin“