Jude Law Im Rampenlicht
Wir sahen uns wieder. Genauer gesagt: Ich sah ihn wieder, Jude hat hauptsächlich auf den Boden gestarrt. Er machte Werbung für „Unterwegs nach Cold Mountain“, jenen Film, der ihm die zweite Oscarnominierung und Schlagzeilen à la „Nicole Kidman – Grund für Laws Ehekrise?“ einbrachte. Er wirkte ein bisschen zerzauster, blasser als gewöhnlich, die Stirn höher. (Noch immer ist nicht geklärt, ob er eine hohe Stirn oder Geheimratsecken hat. Dem außerordentlich dichten Brust- und Körperbewuchs nach zu schließen, haben wir es bei ihm mit einer testosteronbedingten Glatze zu tun.) Er war nicht wirklich unfreundlich, aber es entglitten ihm Sätze wie: „Wenn ich meine dreijährige Tochter Iris ‚Paparazzi‘ sagen höre, ist das genauso schlimm, als würde sie ‚Fotze‘ sagen. Ich muss Securitypersonal vorausschicken, bevor ich mit meinen Kindern im Park spazieren gehen kann. Das ist doch pervers.“
Wenn Menschen sich in Stars verwandeln, bleiben ihnen eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie geben der Masse, was sie will. Oder sie ziehen sich zurück. Jude Law versucht derzeit beides. Innerhalb weniger Monate kommt er mit fünf Filmen heraus, in denen er genau den Typ verkörpert, der ihm ins Gesicht geschrieben steht: einen charmanten Retter der Welt in „Sky Captain and the World of Tomorrow“. Einen promisken Charmebolzen in „Alfie“ (10.3.). Errol Flynn, den feuchten Hollywoodtraum der vierziger Jahre, in „Aviator“, (20.1.). Einen gemeinen Ehemann in „I Heart Huckabees“ (14.4.). Und einen untreuen Ehemann in „Hautnah“ (13.1.).
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