Jude Law Unbekannt und unschuldig
„L kleidet sich, als hätte ihn eine Frau angezogen. Genauso muss ein Mann sich anziehen. Habe solch eine Augenfarbe noch nicht gesehen. Welche Synonyme für ‚grün‘ …? L kichert viel. Macht glücklichen Eindruck. Wieso hat noch nie jemand etwas über Ls Hintern geschrieben? They don’t get any better. Heirate mich!“ Letzteres habe ich schon länger nicht mehr gedacht, den Rest aber würde ich immer noch unterschreiben. Und ich weiß auch noch genau, warum ich damals geheiratet werden wollte. Weil Jude Law, der im Alter von 24 Ehemann eines fünf Jahre älteren Londoner It-Girls namens Sadie Frost wurde und sogleich an die Familienvergrößerung ging, gesagt hatte: „Am liebsten bin ich zu Hause und pussele so vor mich hin oder arbeite im Garten.“
Damals saß ich mit drei abgebrühten Kolleginnen um einen Tisch in einem New Yorker Hotelrestaurant herum und er war der Einzige, der einen zusammenhängenden Satz herausbrachte. Die Kolleginnen saßen starr wie Hasen im Scheinwerferlicht, dabei waren sie seit Jahrzehnten den Umgang mit Hollywoodkreaturen gewohnt und durch Schönheit nicht mehr zu erschüttern. Außer sie kommt als Familienvater mit goldenem Haar, britischem Akzent, unbeschreiblich grünen Augen und angeborenem Stil daher. Jude Law sprach, was die Sache nicht leichter machte, über seine Schönheit wie über eine andere Person, einen entfernten Verwandten – ganz nett, aber auch irgendwie lästig. „Ich weiß, dass mein Aussehen mir gewisse Rollen verschafft hat. Aber es hat bestimmt ebenso viele verhindert. Wahrscheinlich werde ich nie als Quasimodo besetzt. Dabei ist das ein sehr interessanter Part.“ Er sagte das ohne jede Ironie. „Meine Frau findet, ich sehe aus wie ein Hammerhai“, sagte er auch, und wir waren zu starr, um zu widersprechen.
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