Jürgen DrewsDer König von Dülmen

Text: Meike Winnemuth

AMICA: Am 26. April ist für Sie Saisonauftakt: bis Oktober jeden Dienstag im „Oberbayern“ am Ballermann. Wissen Sie schon, was Sie machen werden?

Jürgen Drews: Party, Party, Party, eine Stunde lang. Ich donnere rum wie ein Idiot. Für jede kleine Pause und für den Fall, dass das Publikum nicht auf meiner Seite ist, weiß ich genau, wie ich reagiere, da habe ich einen ganzen Fundus.

Wie baut man den perfekten Mallorca-Hit?
Woher soll ich das wissen?

Oh, bitte: „Ich brauch sechsmal Sex am Tag“, „Feiern, bis der Arzt kommt“, „König von Mallorca“ …
Bei Partysongs musst du etwas machen, das – wie sage ich das jetzt am besten? – völkisch ist. Wo du mitbölken kannst. Einmal hören und sagen, Gott, ist das scheiße, aber sich dem nicht entziehen können. Der ideale Partyknaller braucht eine Zeile, die man sich merkt: „Wieder alles im Griff/auf dem sinkenden Schiff. Keine Panik/auf der Titanic./ Land in Sicht/Wir sterben nicht.“ Alles geklaut, von Udo Jürgens und Udo Lindenberg, aber egal. Und beim Pinkeln – da ist man ja immer so schön entspannt – fiel mir noch das „Whoho-ohoh“ ein: Bingo! So machst du einen Hit.

Ist das Ballermann-Publikum das härteste, was man kriegen kann?
Ja. Man tritt da auf nachts um halb drei. Die Leute sind reizüberflutet: Sonne, Meer, Alkohol. Da braucht es nicht viel, um auszurasten. Und zwar nicht nur die Gehirnamputierten, sondern auch geschlossene Abiturientinnen-Klassen. Die sind alle bescheuert da vor dir. Da muss man die richtige Musik und die richtigen Sprüche haben, sonst entsorgen die dich ins Meer.