Jürgen DrewsEigentlich ein stiller Typ

AMICA: Viele sagen, Sie sind sich für nichts zu schade.
Jürgen Drews: Na und? Wer sich über mich aufregt, geht vielleicht in den Puff und lässt sich einen Knopp an den Sack nähen. In der Les-Humphries-Zeit hatten wir zwei Prostituierte von der Pervers-Station im Chor, und was die mir erzählt haben … Und auch von Persönlichkeiten! Seitdem denke ich, wofür soll ich mich denn schämen? Ich würde mich schämen, wenn ich Frauen diskreditiere. So wie ich mich bei meiner Frau geschämt habe. Das ist eine Schwelle, die ich nie wieder in meinem Leben überschreiten will.

Sie sagen von sich gern, dass Sie schizophren sind, einerseits der bekloppte Onkel Jürgen – und wer ist eigentlich auf der anderen Seite?
Ein ganz stiller, romantischer und immer noch träumender Typ.

Wie kommt der stille Jürgen Drews mit dem anderen Kerl klar?
Weil die Auftritte Therapie für mich sind, ganz gut. Wenn die Leute mich kennen lernen, merken sie ja, dass ich ganz normal bin.

Der offizielle Jürgen Drews bleibt trotzdem der mit Krone und nicht geliftetem Arsch.
Wenn ich als König von Mallorca in die Grube gehen sollte, würde mich das auch nicht anfechten. Ich lebe in einer wunderbaren, heilen, harmonischen Familie, also so what. Schön, wenn’s anders wäre und ich aus dem Persona-non-grata-Dasein rauskäme. Langsam wird es besser, ich merke es an den Einladungen. Ich bin noch nicht gut genug für eine Bambi-Verleihung, sonst geht alles.