Kate WinsletGanz natürlich

Text: Simone Herrmann
Ganz natürlich
Actress Kate Winslet attends the BAFTA/LA Awards Season Tea Party Los Angeles

Wie man Weltkarriere macht, hat Kate Winslet bereits vor zehn Jahren gezeigt: einfach anrufen. Bei James Cameron nämlich, dem Regisseur von „Titanic“. Der Rest ist Filmgeschichte. Eine schauspielerische Höchstleistung, die der Britin zwar keinen Oscar einbrachte (mit fünf Nominierungen hat sie nun selbst Tom Cruise überholt ), dafür aber die Freiheit, sich ihre Rollen aussuchen zu können. Jene in der neuen Werbekampagne von Lancôme zum Beispiel. „Okay“, lacht die 31-Jährige, „damit gewinne ich wieder keinen Oscar, aber das Shooting mit Peter Lindbergh hat mein Ego enorm gestreichelt.“

AMICA: Kein Wunder! Sie sind das neue Gesicht von Trésor. Wie fühlt man sich als Beauty-Ikone?
Kate Winslet: Wenn mir das jemand gesagt hätte, als ich mit 15 vor dem Spiegel stand und mich hässlich und unförmig wie ein Bus fühlte … In der Tanzstunde wurde ich immer ganz zuletzt aufgefordert. Ein Moppel im peinlichen rosa Puffärmelkleid. Und jetzt bin ich die Nachfolgerin von Isabella Rossellini, pose für einen der berühmtesten Fotografen der Welt!

Wie würden Sie Schönheit definieren?
Sie kommt von innen und hat sehr wenig mit einem klassischen Profil oder einer perfekten Figur zu tun, sondern mit Lebendigkeit, Charme und Natürlichkeit.

Können Sie uns ein Beispiel geben?
Meryl Streep. Sie hat dieses Selbstbewusstsein, dieses Talent, dieses Charisma, Gott, ich könnte ihr einen Zungenkuss geben, so schön finde ich sie! (lacht) Auch dafür, dass sie ihr eigenes Gesicht hat, nicht eine dieser Plastikfratzen von Hollywood.

Sind Sie persönlich mit Ihrem Aussehen zufrieden?
Ich kenne nur Frauen, die sich dauernd einreden, dick zu sein oder eine Diät nötig zu haben. Früher war ich selbst so. Erst seit ich Kinder (Mia, 6, und Joe, 3 Jahre, Anm. d. Red.) habe, fühle ich mich wohl in meiner Haut. Neulich sagte ich zu Mia: „Ich liebe meinen Bauch und meine Hüften, weil du mal da drin warst.“ Ich möchte, dass sie von klein auf ein positives Körpergefühl bekommt.

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