Kate WinsletDu Glückliche!

Text: Brigitte Steinmetz
© Reuters

AMICA: Mrs Winslet, sind Sie im echten Leben jemals aufgewacht und haben Luftgitarre gespielt wie in Ihrem neuen Film „Liebe braucht keine Ferien“?

Wieso – war ich nicht überzeugend?

Sie wirkten nur so ungewohnt modern.

Das war mir selbst etwas unheimlich. Ich habe in den letzten Jahren einige Rollen gespielt, die viel von mir gefordert haben. Allein die Nacktszenen in „Little Children“. Es war grausam.

Stellen Sie sich vor, Sie wachen morgens mit der Gewissheit auf, heute bei der Arbeit Ihre Kleider ablegen zu müssen! Aber im Vergleich zu der Rolle in „Liebe braucht keine Ferien“ war das Ausziehen einfach.

Sie spielen eine Betrogene, die ihr komplettes Leben mit einer anderen Frau in der gleichen Situation tauscht – eine leichte Komödie. Was war daran so schwer?

Ich habe noch nie eine zeitgenössische Engländerin gespielt. Es gab keine Kostüme, keine Perücken, nicht einmal einen Akzent, hinter dem ich mich verstecken konnte. Ich musste auf meine Ressourcen zurückgreifen. Und das Mädchen, das ich spiele, ist ganz anders als ich.

Ihre Figur im Film ist hoffnungslos verliebt. Ist es Ihnen noch nie so ergangen?

Nie. Meine erste Liebe endete tragisch. Er starb an Krebs, ein Jahr nachdem wir uns in aller Freundschaft getrennt hatten. Meine erste Ehe hielt nur drei Jahre. So ganz glücklich war ich also nicht.

Aber ich habe nie ins Leere geliebt. Nie eine einseitige Beziehung durchlitten. Für unerfüllte Sehnsucht bin ich einfach zu bodenständig.

Sind Sie eher praktisch veranlagt?

So würde ich das auch wieder nicht sagen. Als ich meinen Mann Sam Mendes traf, wusste ich sofort, der ist es.

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