Kritik Fluch der Karibik 4 Heiße Piratin und eiskalte Sirenen
Die Piratensaga hat eine sexy Penélope Cruz zu Johnny Depp an Board geholt. Vor der Deutschland-Premiere am 16. Mai hat AMICA „Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten“ gesehen. Überraschung? Eine Newcomerin.
Text: Kerstin Kotlar
© Disney Enterprises, Inc.
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Angelica ist als Gegenspielerin des dauerbetütelten, hektisch herumgestikulierenden und gauklerhaften Jack Sparrow natürlich die wichtigste Frau des düster-imposanten Piratenabenteuers. Zu Beginn blitzen seine Kajal umrandeten Augen unter einer weißen Perücke hervor, lässt der Captain seinen Goldzahn funkeln. Der torkelnde Seefahrer ist ein wenig in die Jahre gekommen, trägt die Dreadlocks nun länger und auf der linken Wange eine X-förmige Narbe.
Alt Bekannter und neu Eingeführte
Seine Verschlagenheit und sein Witz sind glücklicherweise ganz die alten. So sagt Jack Sparrow seiner Ex-Affäre Angelica so charmante Sätze wie: „Wenn Du eine Schwester und einen Hund hättest, würde ich den Hund wählen.“ Ist mal klamaukig: „Wie wär’s mit einem Drink?“ nachdem er die Kelche, die für den Jungbrunnen gebraucht werden, kurzfristig für sich erobert hat. Typisch Depp-Sparrow eben.Penélope Cruz war in den letzten Jahren in Filmen wie „Volver“, „Vicky Cristina Barcelona“ oder „Nine“ ebenfalls immer eine Garantie für große Schauspielkunst. Sexy, mit knisternder Leidenschaft spielend, intrigierend, aber doch mit großem Herzen überzeugt La Cruz auch als Piratenbraut. Optisch erinnert sie an ihre Rolle als Bankräuberin in „Bandidas“ an der Seite von Salma Hayek. Als Angelica reizt sie, wenn auch aufreizend, lediglich einen Teil ihrer schauspielerischen Fähigkeiten aus – zumal ihr charmanter spanischer Akzent der deutschen Synchronisation zum Opfer fällt.
Meerjungfrauen versenken Piratin
Die eigentlichen Stars allerdings sind die anderen Frauenfiguren in „Pirates of the Caribbean – Fremde Gezeiten“: Meerjungfrauen. Die märchenhaft schönen Wasserwesen sind die Einzigen, die wirkliche Gänsehautmomente erzeugen. Mal schön, mal schauerlich.Mit großen Augen klimpernd und silberhell singend betören Supermodel Gemma Ward und ihre zarten Begleiterinnen die Truppe um Jack, Angelica und Blackbeard. Fletsch! Die Vampirzähne kommen zum Vorschein – der „Twilight“-Moment des Films.
Doch eine ist anders. Die mysteriöse Meerjungfrau (Astrid Bergès-Frisbey) wird schließlich gefangengenommen, um ihr eine Träne (eine weitere Zutat für die Quelle der Jugend) abzugewinnen. Die Newcomerin spielt Syrena ebenso zerbrechlich wie willensstark. Die schönste Entdeckung zwischen diesen Welten. Und Teil der jungen Liebesgeschichte mit dem Missionar Philip Swift (Sam Claflin) – für den Romantikfaktor.
© REUTERS
Zusammen mit Johnny Depp ist Penélope Cruz in „Pirates of the caribbean Fremde Gezeiten“ ab 19. Mai in den deutschen Kinos zu bewundern.
Was zu erwarten war
Coole Piratenaction mit einem wieder einmal brillanten Johnny Depp, einer ebenbürtigen Penélope Cruz und einer bezaubernden Astrid Bergès-Frisbey. Die Story: temporeich, aber wenig überraschend. Tiefgründiges war aber auch nicht zu erwarten. Insgesamt ist Fremde Gezeiten gelungener unter anderem durch mehr Romantik, weniger Action als Teil Drei, wenn auch die Faszination des ersten Teils nicht mehr aufkommt. Auf den Schnickschnack in 3-D hätte Regisseur Rob Marshall allerdings getrost verzichten können. Ein paar entgegenblitzende Schwerter und tief gehende Unterwasserszenen sowie ein von der Palme schwingender Jack Sparrow sind die einzigen Momente, in denen der Effekt Raum ergreift. Noch nicht einmal in der hochdramatischen Szene am Jungbrunnen reißt er den Zuschauer mit. Mehr sei dazu jedoch nicht verraten.Nur so viel: Es lohnt sich jedenfalls bis nach dem Abspann sitzen zu bleiben. Nicht nur, um zu erfahren, wer Jennifer S. Badger ist – sie doubelte nämlich die schwangere Penélope Cruz bei den Stunts.










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