Lady Gaga im AMICA-Interview„Sex ist keine schlechte Sache“

von AMICA Online Redakteurin
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Lady Gagas Looks
Lady Gaga arrives at Berghain nightclub to promote her latest album in Berlin

Es ist ein surreales Gefühl, auf das Phänomen Lady Gaga - Fräulein Wunder zu warten. Nachts in der Bibliothek des Grandhotels Bensberg in Bergisch Gladbach, mit unendlich vielen Visionen von der unnahbaren Kunstfigur im Kopf. Sie ist da, um am nächsten Abend beim Finale von „Germany's next Topmodel - Wer ist Heidi Klums Schönste?„ aufzutreten.

Dann Punkt 1 Uhr die Überraschung: Die 25-Jährige tritt ein, ohne ihre typische Sonnenbrille, und lässt so in eine ganz normale Mädchenseele blicken. Das Phänomen wird per Handschlag greifbar, selbst wenn Latexstulpen die direkte Berührung verhindern. Auch Lady Gagas Styling wirkt vergleichsweise normal. Wartet sie sonst meist mit entblößten Beinen zu skulpturalen Bodys auf (seit einem spontanen Bühnen-Strip in Studienzeiten soll sie in der Öffentlichkeit keine Hose mehr getragen haben), so trifft jetzt eine tief dekolletierte Vintage-Schleppenrobe auf hochhackige Cowboy-Boots.

AMICA Online: Gratulation, Sie wurden von dem Verband der US-Designer jüngst mit dem „CFDA“-Award geehrt, sind laut „Forbes“ der einflussreichste Star der Welt und ihre zweites Album „Born This Way“ schaffte es in 25 Ländern auf Platz Eins. Angst, dass da nicht mehr viel kommt?
Lady Gaga: Nein, ich sehe das sportlich. Ich bin einen Marathon gerannt so schnell ich konnte und habe das Ziel erreicht. Aber ich höre nicht auf zu laufen, weil meine Fans mich antreiben. Für sie werde ich immer neue Marathons antreten, hart an Alben arbeiten und auf Tourneen gehen.

Den Ruhm scheinen Sie zu brauchen, Ihr erstes Album hieß ja sogar „The Fame“. Können Sie sich vorstellen, dass er vergeht?
Das passiert nicht, weil ich mich immer als Star fühle. Selbst als ich vor ein paar Jahren arm und unbekannt war, stylte ich mich auf und stolzierte wie einer durch die Straßen New Yorks. Ruhm kommt von innen!

Apropos Styling. Sie sind ja immer sehr freizügig unterwegs. Fühlen Sie sich niemals nackt?
In meiner Unterwäsche und in durchsichtigen Kleidern fühle ich mich wohler und weniger nackt als in Klamotten. Macht das Sinn?

Für Nicht-Gagas ehrlich gesagt wenig. Aber vielleicht fühlen Sie sich darin sexy?
Nein, mir geht es bei Mode nicht darum verführerisch auszusehen, sondern nur um den Spaß.

© REUTERS

Welcher Ihrer Looks hat Ihnen am meisten Spaß gemacht?
Der heutige. Ich habe gerade eine Liebesaffäre mit Donatella Versace und werde wohl die nächsten zwei Monate Kleider aus dem Hause tragen. Dieses Exemplar stammt noch von Gianni Versace (streicht liebevoll darüber).

Von einem wunderschönen Kleid zum deutschen Wort „Scheiße“. Einer Ihrer neuen Songs heißt so. Warum?
Ich habe das Wort in Berlin aufgeschnappt und fand es sexy. Inspiriert hat mich der Besuch des Fetisch-Clubs „Laboratory“. In dem Lied geht es jetzt um all den Scheiß, der einem als starke Frau im Weg steht. „Ich will für meine Stärke nicht um Erlaubnis bitten müssen“ singe ich.

Sie leben Ihren Fans vor, beim Sex zu experimentieren ...
Sex ist keine schlechte Sache und wer will, sollte sich ausleben. Auch Dreier machen sicherlich Spaß!

Was finden Sie an Anderen attraktiv?
Freundlichkeit und Aufrichtigkeit. Und ich mag es, wenn Menschen sich so lieben, wie sie sind.