Modegott wird 60Happy Birthday, Jean Paul Gaultier!

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Corsagen, Po-Dekolletés und Nippelblitzer: Mode, um von der Welt geliebt zu werden. Ein ungewöhnlicher Beweggrund, um auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten mitzumischen.

Doch Jean Paul Gaultier passt in keine Schublade. „Dadurch werde ich geliebt“, sagte der blondierte Designer erst vor wenigen Wochen bestimmt. Und das mehr denn je. Das ehemalige Enfant terrible der Modewelt, das heute, am 24. April 2012, 60 Jahre alt wird, steht auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Madonna lässt sich von ihm ein Tournee-Outfit schneidern und auch Lady Gaga schätzt den Modemacher. Was auf Gegenseitigkeit beruht, auch wenn der Schneidermeister findet, dass die exzentrische Sängerin keine Stil-Ikone sei.

Gaultier hat den richtigen Beruf gewählt. Promis drängeln sich in seinen Modeschauen und trotz Krisenzeiten hält sich der Franzose gut im Geschäft. „Es gibt viele Häuser, die mit Couture Geld verlieren“, fügte der Designer in dem Interview mit der „New York Times“ hinzu. Er verdiene zwar nichts, mache aber auch keine Verluste. Wichtig sei für ihn, dass er für Promis und alle, die sich seine Entwürfe leisten können, weiter schneidern kann. Und das sind noch recht viele.

Rockerbräute
A model presents a creation by French designer Jean-Paul Gaultier as part of his Spring/Summer 2012 women's ready-to-wear fashion show in Paris

In 36 Jahren hat er sich einen Platz im Olymp der Modedesigner gesichert. „Aufgehende Sonne“, „Schock“ oder „Pool party“: Rätselhafte Namen hinter denen sich Kreationen verstecken, die sich stets erneuern. Kein Kleid oder Rock gleicht dem anderen. Die Frau als schlangenähnliches Wesen im Jersey-Minirock mit Pythonschuppen oder im hautfarbenen Gaze-Body, seine fantastischen Schnitte sind fast schon Kunst. Und das, obwohl er sein Handwerk nie in einem Modestudium erlernt hat.

Gaultier wuchs als Sohn eines Buchhalters und einer Kassiererin in der Nähe von Paris auf. Doch wusste er schon früh, was er wollte. Als noch sehr junger Mann schickte er seine Modeskizzen berühmten Modeschöpfern zu. Pierre Cardin entdeckte sein Talent als erster. Er engagierte ihn im Jahr 1970 als Assistent. Dann verlief alles wie in einem Märchen aus Tausend und einer Nacht: Als 24-Jähriger stellte er seine eigene Linie vor und 1978, nur zwei Jahre später, gründet er sein nach ihm benanntes Modehaus.

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Sein Bedürfnis, geliebt zu werden ist groß. Heute kreiert er Haute Couture für Männer und Frauen, von 2004 bis 2011 entwarf er die Damen-Linie für Hermès und im Parfümsegment brachte er einen Klassiker nach dem anderen auf den Markt.

Mit seinem Ringelpullover und seinen blondierten Haaren hat Gaultier alles erreicht, was man auf dem Jahrmarkt der Eitelkeiten erreichen kann. Seine Kreationen werden nicht nur getragen, sondern auch in Museen ausgestellt, wie derzeit in San Francisco im Young Museum und zuvor im kanadischen Montreal.

80ies-Revival
A model presents a creation by French designer Jean-Paul Gaultier as part of his Spring/Summer 2011 fashion show in Paris
Zeitlos schön
Fashion Week Paris, Jean Paul Gaultier, Herbst-Winter-Kollektion 2011/12, Prêt-à-porter
Künstlerisch angesprüht
A model presents a creation by French designer Jean Paul Gaultier as part of his Fall/Winter 2012-2013 women's ready-to-wear show during Paris fashion week
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Quelle: dpa