Liz HurleySexy – auch als Bäuerin

© defd
"Austin Powers", 1997

Während die erotische Glamour-Ikone hustend und bleich auf dem Bett von Bikinidesign und schicken Badeorten erzählt, dirigiert sie per SMS ihre ausgebrochenen Kühe in Gloucestershire, die in einer anderen Koppel untergebracht werden müssen, möglichst nicht in der Nähe von Gibson, dem Schafbock.

Ihre neueste Geschäftsidee ist es, ökologische Landwirtschaft zu betreiben und Bioprodukte zu verkaufen: „Wie findest du Hurley-Remoulade?“ „Die sexieste Bäuerin, die man je gesehen hat“, schrieb die Zeitung „Sun“. Elizabeths Bruder, der als Wissenschaftler seit langem an der Parkinson-Krankheit forscht, soll die Verwaltung übernehmen. Momentan wird der Hof, dessen Haupthaus von 1780 stammt, auf Bio-Landwirtschaft umgestellt. Die Tierhaltung erinnert noch an einen Mini-Streichelzoo mit 18 Shetland-Schafen, drei Highland-Rindern, sechs Bantam-Hühnern und einem Hahn. In ein paar Wochen kommen noch gefleckte Gloucestershire-Schweine dazu.

Damian – der im Übrigen exakt ihre Augen und Nase besitzt – rennt in bayerischer Lederhose und Cordjacke von Loden-Frey herum und sammelt die Eier ein. Ein „himmlischer“ Ort und vor allem: der Ort, an dem Elizabeth am liebsten ist. Wohin sie jedes Wochenende eineinhalb Stunden fährt, wohin alle Freunde mitsamt Kindern kommen, wo Elizabeth trotz der drei Köche selbst kocht und wo selbstverständlich alle übernachten: ein bisschen Chaos, aber dafür entspannt, mit Kamin, Hundehaaren und hochgelegten Beinen.

Sie hat unablässig neue Geschäftsideen und sagt trotzdem: „Ich würde sehr gern aufhören zu arbeiten und auf dem Land leben. Ich hätte immer noch furchtbar viel zu tun. Katharina, wie blöd waren wir eigentlich? Warum haben wir nicht frühzeitig Kinder bekommen und geheiratet? Was haben wir uns bloß gedacht?“ Sie kichert. „Nichts. Wir haben einfach nicht nachgedacht. Und niemand in meiner Familie hat je Druck gemacht. Ich hatte zu viele andere Sachen zu tun. Ich bildete mir immer ein: Ich habe ja Zeit.“

„Es gibt keine Heiratspläne zwischen ihr und Arun, entgegen den Zeitungsmeldungen. Elizabeth ist nicht sicher, dass Heiraten eine gute Idee ist: „Hugh und ich haben einander sehr geliebt, waren 13 Jahre zusammen, trennten uns und sind sehr gute Freunde geblieben. Aber ich kenne andere Leute – inklusive Arun – die waren viel kürzer verheiratet und hatten grauenhafte Scheidungen, jahrelange Hölle, und ich denke: Wow, wer will so etwas?“

Arun hätte gern ein Kind mit Elizabeth. „Er hätte so gern ein kleines Mädchen. Damian dagegen ist der Meinung, unsere Familie sei groß genug", sagt sie grinsend. „Ich hätte eigentlich auch gern noch ein Baby. Aber es ist komisch – direkt nach Damians Geburt hätte ich auf der Stelle noch drei bekommen können. Man versteht genau, warum die Generation unserer Mütter damals, als sie so um die 20 waren, einfach weitergemacht haben: Man hat so den Gang drin. Aber sobald man aus dem Gröbsten raus ist und wieder einigermaßen zivilisiert leben kann, ist die Vorstellung, jetzt noch mal von vorn anfangen zu müssen, eher hart: Achtung, die Tischkante! Vorsicht, nicht so schnell!
… Mal sehen. Ich habe ja Zeit.“