Designer-Porträt MichalskyVorbild Lagerfeld

Vorbild Lagerfeld

Karl Lagerfeld ist sein „großer Hero“. Immer noch. Auch deswegen glaubt Michael Michalsky an den Erfolg von deutscher Mode.

Angefangen hat das modische Schaffen des Designers mit einem Artikel über Karl Lagerfeld und seine Chloé-Kollektion. Zielstrebig, wenn auch auf Umwegen, ging Michalsky zum Designstudium an das Londoner College of Fashion. Zu seinem Wegweiser in die Mode hat Michalsky zwar keinen intensiven Kontakt, „aber Karl Lagerfeld weiß schon, welche Rolle er gespielt hat und findet das ganz lustig.“

Dunkle Bartstoppeln, kurz rasierte Haare, schwarze Lederjacke und Turnschuhe, die Stimme klingt gedehnt melodisch: Trotz der Vier vor seinem Alter kommt er jugendlich lässig mit breitem Gang und Grinsen daher.

Vorbild Lagerfeld

„Ich mache, wovon ich geträumt habe“

Heute ist Michalsky selbst Trendscout in Sachen Jugendkultur, Partyhopper und Topadresse der deutschen Modeszene – der Couturier liebt seinen Job: „Ich habe das große Glück, dass ich das machen kann, wovon ich mein Leben lang geträumt habe und dafür auch noch Geld bekomme.“

Dazu gehört im Moment neben dem Business-Schick für Audi ein französisches Wässerchen. Denn bei seinem neuesten Coup hat der Designer dem Edel-Wodka „Grey Goose“ feinen Anzugstoff übergestreift. Außerdem verleiht Michalsky seit 2005 dem deutschen Taschenlabel MCM neuen Glanz. Schließlich sind Taschen eine seiner unzähligen Leidenschaften. „Ich habe 50, 30, 40 Taschen. Keine Ahnung! Das ändert sich immer, weil ständig neue dazu kommen und ich andere verschenke.“

Eigene Designschule in Berlin

Ob Taschen, Turnschuhe oder Tchibo-Look: Der Topdesigner setzt auf deutsche Marken. Auch Jil Sander, Wolfgang Joop und natürlich Karl Lagerfeld lieferten höchste Schneiderkunst. Deutsches Design überzeugt in vielen Facetten, findet Michalsky. Deshalb versteht sich seine Frühjahr-Sommer-Kollektion 2008 als eine Hommage an Berlin. Die Szene-Stadt ist auf dem besten Weg zur Modemetropole. Das wird der Couture in der Bundesrepublik auf jeden Fall gut tun. Fehlt in Michalskys Augen nur noch eine Ausbildungsstätte à la St. Martins College in London.

Doch auch da hat der Modeschöpfer für sein nächstes Leben schon konkrete Pläne: eine eigene Design-Schule. Standort – wie könnte es anders sein – Berlin. „Sie wäre ein bisschen bauhausmäßig. Es würde alles geben, was mit Mode zu tun hat: Mode-PR, Modejournalismus, Modedesign. Das wäre unterteilt in verschiedene Gebiete wie Sportswear-Designer, Haute-Couture-Designer.“ Selbstverständlich, dass Michalsky dort auch selbst unterrichten will. Als Experte für Jugendkultur und Mode.

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