Designer-Portrait Werke eines Ausnahmkünstlers

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Ein einziges Modell aus jener Kollektion macht ihn weltberühmt. Das Kleid, das Jacqueline Kennedy bei ihrer Hochzeit mit Aristoteles Onassis trägt. Kurz ist es und weiß – ein Skandal in jenen bürgerlich-prüden Zeiten, der die Witwe des amerikanischen Präsidenten und ihren Couturier in die Schlagzeilen bringt.

„Die 60er-Jahre“, meint Valentino, „waren wohl die Zeit, die mir am meisten entsprach.“ Ein neuer Geist – Studentenrevolution und Emanzipation – lag in der Luft und doch war die Allure der Klassengesellschaft noch allgegenwärtig. Eine Welt, in der es Debütantinnenbälle und Tanztees im „Ritz“ gab und in der „Frauen die Muße hatten, sich drei- oder viermal am Tag umzuziehen. Zum Lunch, zum Cocktail, zum Dinner …“
Auch die Seventies waren für mich eine inspirierende Periode“, verrät der Designer. Die Skizzen von damals „habe ich jedenfalls gut aufbewahrt“. Tuniken aus bunt bedruckter Seide, Ethnokleider, fließende Hosenanzüge und Pelzumhänge – mondän und wieder sehr modern. „Dann kamen die 80er“, fährt er fort. „Eine schreckliche Epoche. Zu viel von allem. Zu viel Schultern, zu viel Dauerwelle, zu viel Make-up.“
Trotzdem sind seine Sanduhrkostüme – „Denver-Clan“-Biest Joan Collins trug sie schwarz-weiß zu rot lackierten Krallen, maliziösem Lächeln und riesigen Hüten – in die Mode-Historie eingegangen. Und die 90er? Der Maestro zuckt die Schultern. „Ein Jahrzehnt, in dem ich mich etwas einsam gefühlt habe“, sagt er ein wenig zahm, erregt sich aber schon im nächsten Satz über Grunge und Minimalismus. „Grunge!“ Valentino speit das Wort förmlich aus. Ein Angriff auf die Frau sei das, eine Herabwürdigung ihrer Schönheit!

„Zum Glück sind jetzt Klasse und Stil wieder gefragt.“ Im Januar diesen Jahres hat er seine Collezione Bianca von 1968 in einer aufsehenerregenden Neuinterpetation auf den Pariser Laufsteg gebracht. Haute Couture, die nichts von ihrer einstigen Anmut verloren hat und dennoch ganz ins Jahr 2007 zu passen scheint. Bereits 2001 hatte Julia Roberts in einer Vintage-Valentino-Robe von 1982 den Oscar entgegengenommen.

Oder die jungen Royals, Máxima der Niederlande, Letizia von Spanien, Mette-Marit von Norwegen – „heute ordern alle das kleine Wollkleid, das ich schon in den 70ern für Farah Diba entworfen habe.“ Guter Stil habe eben nichts mit Jahreszahlen zu tun. „Ein oder zwei Fashion-Victims mit verrückten, über-intellektuellen Modellen zu begeistern“, sagt der Designer, entspräche nicht seinem Verständnis von Mode. „Ich möchte, dass sich Frauen in meinen Kleidern schön finden.“
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