Modekonzern auf jungem KursEscada setzt auf eigenen Online-Shop

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Seit 2009 an der Spitze: Megha Mittal

Raus aus der Insolvenz, rein ins Online-Geschäft: Wie viele andere Luxusmodehersteller eröffnet auch Escada bald die virtuellen Pforten und macht sich auf die virtuelle Warenwelt zu erobern. Der Münchner Designer Marcel Ostertag launchte im August sein Internet-Business, Karl Lagerfeld macht es mit der neu gestalteten Seite „Karl.com“ vor, wo zusätzlich zum Online-Shop die Welt des Modeschöpfers veranschaulicht wird, Ralph Lauren verkauft seit einem Jahr in Deutschland übers Netz und Gucci rief bereits vor gut zwei Jahren seinen digitalen Store ins Leben.

Ab Frühjahr nächsten Jahres soll ein Viertel des Angebots aus Escadas Stammkollektion sowie von Escada Sport online angeboten werden. Das berichtet die „Financial Times Deutschland (FTD)“ in ihrer Freitags-Ausgabe. Bisher verkauften lediglich große Warenhäuser wie Harrod’s oder der Online-Händler Zalando ausgewählte Kollektionsteile. „Wir versprechen uns davon, dass der Zugang zu Escada nochmals einfacher wird“, sagte Konzernchef Bruno Sälzer der Nachrichtenagentur dpa.

Ein Hauch Sommer

Seit Juni 2008 ist der ehemalige Hugo-Boss-Vorstandschef jetzt Vorstand der Modemarke mit Sitz in Aschau bei München. Zusammen mit der neuen indischen Eigentümerin Megha Mittal hat er das einstige Familienunternehmen seit der Insolvenz im Jahr 2009 auf neuen Kurs gebracht. „Die ersten fünf Monate waren gut, der Umsatz liegt innerhalb der Erwartungen, das Ergebnis ist sogar besser als gedacht“, meldete Sälzer Mitte des Jahres noch euphorisch für 2012. Die guten Geschäftszahlen sind zwar seit der Krise in den südeuropäischen Staaten in der zweiten Jahreshälfte eingebrochen, doch die Chance auf schwarze Zahlen für das aktuelle Geschäftsjahr besteht noch. Grund genug nun weiter an der Außenwirkung von Escada zu arbeiten.

„Eine clevere Onlinepräsenz ist imagebildend. Es geht nicht allein um mehr Umsatz“, sagte Escada-Chef Bruno Sälzer der „FTD“. Denn 40 Prozent der Kunden würden sich vorher im Internet informieren. „Viele Kunden haben bei Escada immer noch Schwellenangst, in den Laden zu kommen. Das könnte durch eine gute Onlinepräsenz abgebaut werden“, so Sälzer weiter. Im Visier hat der Geschäftsführer hier in erster Linie die jüngere Zielgruppe, denn diese gälte es für die Edelmarke zu gewinnen. Gelingt das, hat Escada gute Chancen den Erfolgskurs der letzten drei Jahre fortzusetzen.

keko

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