Naomi CampbellInterview Teil 4 – Naomi über Schönheit

Wie schaffen Sie es eigentlich, so gut auszusehen?
Ich achte auf meine Ernährung. Zurzeit meide ich Kohlehydrate.

Aber Sie machen keine Diät?
Nein, nie.

Wie sieht es mit Sport aus?
Ich trainiere jeden Tag – entweder Yoga oder Workout.

Boxen Sie?
Manchmal.

Mit Körperkontakt?
In London schlage ich auf die Handschuhe meines Trainers, in Los Angeles boxe ich gegen einen Gegner.

Hilft Ihnen das, Aggressionen abzubauen?
Es bringt mich ein bisschen runter. Ich düse ja schon seit Jahren durch die Gegend wie ein kopfloses Huhn.

Ich habe gelesen, dass Sie viermal pro Woche im Flieger sitzen. Können Sie es inzwischen nicht etwas ruhiger angehen lassen?
Ich bin eine Schwarze. Und schwarze Frauen haben weniger Möglichkeiten als weiße.

Glauben Sie das wirklich?
Ich weiß es! Deshalb muss ich jede sich mir bietende Chance ergreifen.

Haben Sie jemals an eine Schönheitsoperation gedacht?
Zu Beginn meiner Modelkarriere hat mir jeder geraten, eine Narbe entfernen zu lassen, andernfalls bekäme ich nie ein „Vogue“-Cover. Ich bin trotzdem auf den Titel gekommen. Wenn ich mir meine Mutter und meine Großmutter so ansehe, glaube ich, dass ich keine OP brauche. Nur falls ich durch einen schrecklichen Unfall entstellt wäre. Wussten Sie übrigens, dass ich mal Verbrennungen hatte?

Wie bitte?
Bei einer Laser-Gesichtsbehandlung hat mir ein Arzt Verbrennungen zweiten Grades zugefügt. Können Sie sich vorstellen, was das für ein Model bedeutet? Ich durfte drei Monate nicht arbeiten. Ein Albtraum!

Was sagen Sie zur Debatte über zu dürre Models?
Ich ärgere mich, dass mal wieder Kate Moss daran schuld sein soll. Und jetzt sagen die Spanier, sie wollen keine mageren Mädchen mehr auf ihren Laufstegen. Das ist doch lächerlich!

Wieso?
Ich sehe Mädchen auf der Straße oder im Kaufhaus, die zehnmal dünner sind. Die werden auch nicht kritisiert.

Das geht doch nicht gegen Sie. Sie sehen überhaupt nicht abgemagert aus.
Aber meine Branche wird attackiert. Na klar, ich mag auch eher Frauen mit ein bisschen Fleisch auf den Rippen.

Wie groß ist Ihr Privatvermögen?
Mir geht es sehr gut, danke.

Für ein Mädchen aus dem Londoner Armenviertel Streatham haben Sie es weit gebracht …
Das habe ich mir in meinen wildesten Träumen nicht ausgemalt.

Sind Sie jetzt glücklich?