Stilkritik Oscars 2013Beinschlitze bis zum Po und herzige Bustiers

©dpa / Paul Buck
Die Tops und Flops
Oscars 2013, Oscar 2013, Oscar-Verleihung, 85. Annual Academy Awards, Tops und Flops, Top und Flop

Weil sie so überwältigt gewesen ist, ist Jennifer Lawrence gleich die Treppe zur Bühne hinaufgestolpert. Doch ein paar Sekunden später hatte sich die Schauspielerin in ihrer Dior-Robe wieder aufgerichtet und nahm gerührt den Goldjungen als beste Hauptdarstellerin für „Silver Linings“ entgegen. Es ist der erste Oscar für die 22-Jährige, für den sie sich beinahe atemlos bedankt, immer noch ein wenig peinlich berührt von ihrem Sturz, aber voller Freude über die tollen Frauen, die sie in ihrem Beruf kennenlernt.

In Sachen Stil präsentierte Lawrence gleich zwei Trends der 85. Oscar-Verleihung: Nude und Bustier-Kleider. Auf diese setzen beispielsweise auch Jessica Chastain und Kristen Stewart. Andere Kolleginnen ließen es von Kopf bis Fuß glitzern, etwa Renée Zellweger, Naomi Watts oder Catherine Zeta-Jones. Ton-in-Ton mit dem Kleid pflegten Clutches mit Metallrahmen (Jennifer Garner, Jennifer Aniston) zu gehen. Das alles sorgte für viele modische Emotionen aus Ahs und Ohs auf dem roten Teppich!

Bei der Verleihung dankte Michael Haneke der Liebes seines Lebens, Christoph Waltz trat gerührt ans Mikrofon und Adele liefen sogar Freudentränen übers Gesicht – bei der diesjährigen Oscarverleihung berührten große Emotionen.

© dpa / Paul Buck
Ben Affleck hat es geschafft: „Argo“ gewann den Oscar als bester Film.

Ben Afflecks Thriller „Argo“ wurde mit dem Haupt-Oscar als bester Film des Jahres ausgezeichnet, während Ang Lees „Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“ mit vier Trophäen die meisten Auszeichnungen holte. Daniel Day-Lewis gewann mit seinem Part in dem Historiendrama „Lincoln“ seinen dritten Oscar als bester Hauptdarsteller – Rekord.

Auch für die Österreicher war es ein goldener Abend: Der 70-jährige Michael Haneke bekam für „Liebe“ den ersten Oscar seiner Karriere. Sein Drama um ein älteres Ehepaar und dessen letzte gemeinsame Wochen wurde in den vergangenen Monaten mit Preisen geradezu überschüttet und sicherte sich nun den Goldjungen für den besten nicht-englischsprachigen Film.

Seine Hauptdarstellerin Emmanuelle Riva ging jedoch leer aus und musste Jennifer Lawrence für „Silver Linings“ den Preis als beste Hauptdarstellerin überlassen. Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz konnte sich schon über den zweiten Academy Award freuen. Sichtlich gerührt und um Fassung ringend nahm er die Trophäe als bester Nebendarsteller für seine Leistung in Quentin Tarantinos „Django Unchained“ entgegen.

Besonders ergriffen war das Publikum, als Ben Affleck mit seinem Koproduzenten George Clooney den Oscar für den besten Film entgegennahm. First Lady Michelle Obama war live zugeschaltet und verkündete den Gewinner. Der 40-Jährige hatte bereits 1997 einen Drehbuch-Oscar für „Good Will Hunting“ gewonnen, doch danach hing seine Karriere über Jahre hinweg durch. „Ich habe nie gedacht, dass ich mal wieder hier oben stehen würde“, sagte Affleck. „Es ist egal, wenn du im Leben mal unten bist. Es ist nur wichtig, dass du wieder hochkommst.“

Multitalent Seth MacFarlane überraschte mit einer unterhaltsamen Moderation. Der Komiker, Regisseur und Schauspieler tanzte und sang mehrere Lieder. Überhaupt wurde bei den Oscars viel gesungen. Die „Les Misérables“-Darsteller Russell Crowe, Hugh Jackman, Anne Hathaway – die einen Oscar als beste Nebendarstellerin gewann – und Amanda Seyfried wurden für ihren Auftritt vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert. Adele brachte für „Skyfall“ einen Chor und ein Orchester auf die Bühne. Mit Erfolg: Wenig später gewann die britische Sängerin ihren ersten Oscar für das beste Filmlied. „Das hier ist unglaublich“, sagte sie noch, bevor ihr Freudentränen übers Gesicht flossen.

Quelle: keko/vs mit Material von dpa
Google-Anzeigen
Kommentar schreiben
Name
Überschrift
Ihr Kommentar