Paris Hiltons Lebensmotto Schamlosigkeit?
Ein bisschen degoutant?
Falls Paris Hilton wirklich Lust oder Zeit hätte, über ein Motto für ihr Leben nachzudenken, würde es vermutlich „Schamlosigkeit“ lauten. Sie sieht ein paar süße Tops – und lässt sich den ganzen Laden einpacken. Ihr Handy klingelt, während sie Sex mit einem Mann hat – sie geht kurz mal ran. Sie kann ein „Interview“ nicht durchsitzen – na, dann verkündet sie in Wahlredenlautstärke: „Hey Leute, ich muss ganz dringend pissen.“Selbstverständlich ist das alles mehr als nur ein bisschen degoutant. Andererseits – und darüber denken die Kulturkritiker nie nach, denen Paris Hilton als Beispiel für den Verfall der Sitten gilt – hält sie sich nicht exakt an jenes Programm, von dem wir selbst bis in jede Faser unserer Existenz überzeugt sind?
Genieß dein Leben!
Sei spontan! Sei authentisch! Steh zu dir! Es ist, als wolle Paris Hilton uns vorführen, was herauskäme, wenn wir ernst nähmen, was uns Psychologen, Feministinnen und sonstige Lebensberater zur Identitätsfindung empfehlen. Das Unfaire daran ist, dass Paris Hilton für ihre Identität nie hat arbeiten müssen. Wenn sie mal eine Krise hat, gibt es keinen Nervenzusammenbruch, sondern eine Presseverlautbarung.Wahrscheinlich lebt Paris Hilton nur, wie jede 24-Jährige bei geringerer Dosierung auch lebt. So viele Klamotten und Klamottenfehlkäufe, wie es das Budget zulässt (ihres ist eben größer). Jede Party, auf die man eingeladen wird (bei ihr sind es eben mehr). Jede Laune für eine Offenbarung halten (bei ihr werden Filmrollen, Nachtclubs und Fernsehserien draus statt wie bei Gleichaltrigen ein Studiengangwechsel). Und Nieten in der Liebe.
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