Penélope CruzRollenverständnis

Penélope Cruz
Actress Cruz arrives at 64th annual Golden Globe Awards in Beverly Hills

Penélope, die Heilige, die Göttliche, die Reine, die Skandalfreie. Dabei ist sie so klein, dass Ex-Lover Tom Cruise neben ihr immer wie ein richtiger Mann aussah. Keine adoptierten Kinder, keine Sexvideos, Frau Cruz trinkt und raucht auch nicht. „Ich gehe wenig aus“, sagt sie. „Ich mache gern Sachen zu Hause – ausgedehnte Abendessen mit Freunden etwa. Nightlife ist nicht meine Welt. In Kneipen ist es meist viel zu laut, um sich zu unterhalten. In einem Club Musik hören – ja. Ich liebe Musik!“ Irgendwann hat sie sich sogar zu einer skurrilen kleinen Obsession bekannt. „Ja, ich habe eine Karaoke-Maschine zu Hause. Ja, manchmal gebe ich Karaoke-Partys! Das ist superlustig! Erst sagen alle, sie würden auf keinen Fall singen, weil sie zu cool dafür sind. Am Ende prügeln sie sich regelrecht um das Mikrofon …“

Penélope lacht. Und einen Moment lang erkennt man die freche Göre hinter der eleganten Divenfassade. Die jugendliche Unschuld, die die Zuschauer in ihren frühen Filmen überwältigt hat, ist einer erwachseneren, elektrisierenden Sinnlichkeit gewichen. Penélope Cruz besitzt ernst zu nehmenden, ungeschminkten Sex-Appeal. Stephen Frears, der sie in „Hi-Lo Country“ besetzte, erzählte von dem Moment, als sie ihm das erste Mal auffiel: „Ich habe nur in die Gegend geguckt. Plötzlich sah ich Venus.“

Sie könnte es sich so leicht machen! Sich einfach für die Rolle der „scharfen Spanierin“ abonnieren lassen. Das wäre über Jahre so etwas wie eine sichere Bank in Hollywood. Aber davon will Penélope Cruz nichts wissen. „Ich habe großes Glück, dass ich so unterschiedliche Rollen spielen darf“, sagt sie. „In einem italienischen Film („Non ti muovere“, 2004) habe ich eine Frau gespielt, die total entstellt war. Die Leute haben da ein Riesenthema draus gemacht. Ständig wurde ich gefragt, ob ich keine Angst vor so einer Rolle hätte!

© Reuters

Ich wusste darauf nichts anderes zu sagen als: So sieht die Figur nun einmal aus, die ich spiele. Ich bin hier, um meiner Rolle zu entsprechen und nicht, um mit der Schauspielerei mein Ego zu befriedigen.“ Im wirklichen Leben, sagt sie, achte sie im Übrigen sehr genau auf ihr Aussehen, darauf, was sie trage, wenn sie auf Premieren ginge oder fotografiert würde. „Ich bin mir der Macht von Bildern sehr bewusst.“

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