CharakterstudieUndurchdringlich und toternst

Undurchdringlich und toternst
Cast member Reese Witherspoon arrives for 'Walk the Line' premiere in Hollywood
Reese Witherspoon
Actress Witherspoon arrives at the Hollywood Reporter's annual Women in Entertainment Power 100 breakfast in Beverly Hills
Undated publicity photograph of 'Walk the Line' poster shows actors Phoenix and Witherspoon
Actress Witherspoon and husband Phillippe arrive for premier of Walk The Line in New York

Für jemanden, der kaum bis zum Lichtschalter reicht, flößt Reese Witherspoon eine Menge Respekt ein. Es gibt Leute, die damit nicht klarkommen. „Natürlich blond!“-Regisseur Robert Luketic klagte, sie habe etwas „Undurchdringliches“ und wollte nicht mehr mit ihr arbeiten, weil „Filmemachen ein todernstes Business“ für sie sei.

„Ich finde, Unterhaltung ist ein ernst zu nehmendes Geschäft“, kontert Witherspoon: „Wenn man mir Millionen bezahlt, möchte ich arbeiten, statt Margaritas in meinem Trailer auszuschenken.“ Es gibt keine witzigen Anekdoten vom „Walk the Line“-Set, schon weil Witherspoon nicht gut darin ist, witzige Anekdoten zu erzählen – auf die Frage nach ihrer Kindheit in Wiesbaden, wo ihr Vater als Air-Force-Offizier stationiert war, fällt ihr ein: „Meine Mutter und ich waren vom deutschen Bildungssystem sehr beeindruckt.“

Joaquin Phoenix ist immer noch nicht darüber weg, dass sie fünf Monate vor Drehbeginn ihrer beider Leben in die Hand nahm und Gitarrelehrer, Gesangslehrer, Stundenpläne und Proberäume organisierte. „Sie hat uns gerettet“, sagt er.

Mutter, Ehefrau und Schauspielerin

Für sie ist Schauspiel keine Kunst, sondern harte, ehrliche Arbeit. Nie sieht man sie in Clubs, dafür an Orten, von denen Stars ihres Kalibers immer nur behaupten, sie hielten sich dort auf. In der Kassenschlange bei „Abercrombie & Fitch“ in der Grove Mall, wo sonst nur Studenten günstig T-Shirts kaufen.

Oder an der Tanke Ecke Robertson Boulevard und 3rd Street, unweit ihres Anwesens, von dem man nur weiß, dass „die Wasserrohre ständig kaputt sind", aber bestimmt nicht, wie es drinnen aussieht, weil sie den Teufel tun und Fotografen für eine Homestory einladen würde.

Man versteht, dass sie sich für „normal“ hält, aber
natürlich ist sie das nicht. Mit 29, Multimillionen und fabelhafter Familie. „Ich habe das Gefühl, dass ich endlich in die Person hineinwachse, die ich bin. Und es ist schön, dass mein Publikum mich als diese Person akzeptiert.“ Diese Person „war nie supercool. Ich bin bloß eine Mutter, Ehefrau und Schauspielerin, und
zwar in dieser Reihenfolge. Das gefällt mir.“ Dem Rest
der Welt auch. Und wie.

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