Reese WitherspoonMehr als süß

Mehr als süß
Undated publicity photograph of 'Walk the Line' poster shows actors Phoenix and Witherspoon
Reese Witherspoon in ihrem neuen Film "Walk the Line"
Actress Reese Witherspoon arrives at the 63rd Annual Golden Globe Awards in Beverly Hills
Actors Reese Witherspoon and Joaquin Phoenix pose with their awards at the 63rd Annual Golden Globe Awards in Beverly Hills
Undated publicity photograph of 'Walk the Line' poster shows actors Phoenix and Witherspoon

Ganz haben wir Reese Witherspoon nie begriffen. Sie verdient 15 Millionen Dollar pro Film und hat eine eigene Produktionsfirma. Sie ist seit sechs Jahren skandalfrei mit dem Schauspieler Ryan Phillippe verheiratet und Mutter zweier süßer Kinder. Und noch nicht mal 30. Toll. Aber auch irgendwie zu toll. Zu glatt.
Bis jetzt.

Jetzt darf sie in „Walk the Line“ endlich Facetten zeigen, die man bei einem Sonnenschein wie ihr nicht vermutet hätte. Als June Carter – Countryikone und große Liebe von Johnny Cash – ist sie zickig, kämpferisch, begehrenswert. Und großartig.

Man kennt sie aus ihren Filmen als schwieriges Mädchen („Freeway“), forsche Streberin („Election“) und in ihrer Paraderolle als patente Blondine („Sweet Home Alabama“, „Natürlich blond!“, „Solange du da bist“). Aber als Weib, das den Traum aller Romantikerinnen, einen „Bad Guy“ wie den Countrystar Cash zu zähmen, lebt, kannte man sie noch nicht.

Blond ist keine Geisteshaltung

Vielleicht lässt man sich deshalb noch von ihrem mädchenhaften Äußeren täuschen. „Es macht mich wahnsinnig“, sagt die 29-Jährige, „wenn ich sehe, wie Frauen im Fernsehen mit ihrer Dummheit kokettieren und dafür zu kulturellen Ikonen erklärt werden.“

Es war eine harmlose Frage nach ihrer Haarfarbe, die ihren Ausbruch provozierte – ob sie sich als brünette June Carter besser als blond fühlte? Doch Reese Witherspoon hat keine Geduld für so etwas: „Eine Haarfarbe ist keine Geisteshaltung, wissen Sie. Auch wenn gewisse Blondinen alles tun, um uns in Verruf zu bringen.“ Wen sie damit meint, verrät sie nicht. Reese Witherspoon hält sich nicht mit netter, verklatschter Plauderei auf, besonders nicht heute, wo sie Glückwünsche zu ihrer Golden-Globe-Nominierung als beste Haupdarstellerin für ihre Rolle als June Carter entgegennimmt.