Richard Avedon
Hommage an den Meister
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Als Passbild-Fotograf fing seine Karriere an, mit außergewöhnlichen Bildern endete sie. Das Pariser „Jeu de Paume“ widmet Richard Avedon eine große Ausstellung.
Text: Markus Weiß
© 2008 the Richard Avedon Foundation
Fotografie zeigt eine konservierten Augenblick – zeitlos ist sie deswegen noch lange nicht. Richard Avedon hat es zu seinen Lebzeiten verstanden, Momente unvergänglich zu machen. Nicht umsonst wird der 2004 verstorbene Künstler als einer der großen Modefotografen gehandelt. Egal ob Vogue, Harper’s Bazaar oder Life: Die internationalen Magazine rissen sich schon in den Fünfzigern darum, Bilder des Linsengottes abdrucken zu dürfen.
Dabei sah es anfangs für Avedon gar nicht nach einer Karriere im Foto-Geschäft aus. Als er 1923 in New York als Sohn jüdischer Russen geboren wurde, hätte er eigentlich einen soliden Beruf ergreifen sollen. Doch die Fotografie begeisterte ihn schon früh. Mit 19 Jahren schrieb er sich bei der Marine ein, wo er zwei Jahre lang Passbilder für die Ausweise der Matrosen machte. Was für andere eine monotone Tätigkeit war, sollte Avedon für sein Leben beeinflussen.
Der Mensch und besonders das Porträt wurden sein Steckenpferd. Nachdem er 1946 von Alexey Brodovitch entdeckt wurde, stellte er mit seinen Modefotografien die Zeitschriftenwelt auf den Kopf. In der Nachkriegszeit gab es keine Heidi Klum, keine Tyra Banks, keine Cindy Crawford und keine Agyness Deyn. Models hatten sich nicht zu bewegen, vielmehr waren sie menschliche Kleiderstangen, an denen Designer ihre Ware präsentierten. Das änderte letztendlich Avedon grundsätzlich mit seiner Fotografie.
Er stellte das Model selbst in den Mittelpunkt und schaffte es, die Designer zu überzeugen, dass die Schönheiten nicht nur die Kleidung, sondern auch Emotionen tragen durften. Seine späteren Werke abseits der Hochglanzbilder zeigen, dass er mit den Porträts auch kritisch umgehen konnte. Von 1969 bis 1973 fotografierte er seinen Vater, der zu der Zeit fortgeschritten an Krebs erkrankt war. Bei einer späteren Reise durch den Westen der USA entstanden weitere tiefsinnige Fotografien, bei denen Avedon seine Schaffensgebiete kombinierte. Er lichtete Farmer, Minenarbeiter und Schlachter vor einer weißen Wand ab und holte sie damit aus ihrem ursprünglichen Kontext heraus. Sie waren die Durchschnitts-Models der amerikanischen Gesellschaft.
Bis zum 28. September 2008 sind in der Pariser Galerie „>Jeu de Paume„ am Place de la Concorde rund 250 seiner Werke aus den Jahren 1946-2004 zu sehen.
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