Scarlett JohanssonHollywoods blonde Göttin

Die Besucher des Coachella Festivals in Colorado trauten ihren Augen kaum. Beim Auftritt der schottischen Band The Jesus and Mary Chain im April stand plötzlich eine Blondine mit Hut und kirschroten High Heels auf der Bühne und stimmte das Intro des Songs „Just Like Honey“ an: „Listen to the girl as she takes on half the world. Moving up and so alive“. Die Zeilen, die Scarlett Johansson ins Mikro sang, könnten so etwas wie ihre Kurzbiografie sein. Mit dem kleinen Unterschied, dass das „lebhafte Mädchen auf dem Weg nach oben“ statt der „halben“ bereits die ganze Welt erobert hat.

Als Achtjährige feierte sie ihr Broadway-Debüt in „Sophistry“ an der Seite von Ethan Hawke. Mit 14 hatte sie ihren Durchbruch in Hollywood in „Der Pferdeflüsterer“. Und mit der Eingangsszene von Sofia Coppolas „Lost in Translation“, dessen Soundtrack auch „Just Like Honey“ enthält, brannte sie sich unvergesslich ins Bewusstsein der Kinozuschauer ein. Unglaublich verführerisch räkelte sie sich da auf einem Tokioter Hotelbett.

Seither sind Publikum, Schauspielerkollegen und Regisseure gleichermaßen von ihr bezaubert. Denn Scarlett Johansson ist in jeder Hinsicht anders als alle anderen: kein It-Girl, sondern mit 22 bereits eine erfahrene, sehr erwachsen wirkende Schauspielerin, die schon in der Jury des Filmfestivals von Cannes saß. Keine heruntergehungerte Schönheit, die nach dem rigiden Regiment von Power-Diäten und strengen Workout-Programmen lebt, sondern mit ihrer klassischen Sanduhr-Figur und der perlmuttgleich leuchtenden Haut alles hat, was eine üppige und sinnliche Frau ausmacht.