Scarlett JohanssonVon Kindermädchen und Königshäusern

Scarlett Johansson
US actress Johansson poses during red carpet arrivals for the out of competition screening of US director Allen's film Match Point at the 58th Cannes Film Festival

Vor beruflichen Engagements kann sie sich ohnehin kaum retten: Im Frühjahr drehte sie das wunderbar träumerische Video im Fifties-Style zu Bob Dylans Single „When the Deal Goes Down“. Dann ließ sie sich als Werbegesicht von Louis Vuitton auf den Fashion Shows blicken. Im September wird ihr neuer Film auf dem Festival in Venedig präsentiert: In „The Nanny Diaries“ kümmert sich Scarlett Johansson als Kindermädchen um einen verwöhnten New Yorker Satansbraten.

Und allein in den kommenden zwölf Monaten sind fünf weitere Projekte annonciert, die ihr Zeitreisen in die Antike, ins England der Tudorzeit und das Frankreich Napoleons abverlangen. Roman Polanski bittet sie für die Verfilmung des Historienromans „Pompeji“ vor die Kamera. Außerdem spielt sie in „The Other Boleyn Girl“ gemeinsam mit Natalie Portman eine Frau aus dem Umkreis Heinrichs VIII. Dessen Tochter Elisabeth I. wird pikanterweise ihre Gegenspielerin in dem Streifen „Mary Queen of Scots“ sein, in dem Scarlett Johansson für die Titelrolle vorgesehen ist. Dem Kaiser der Franzosen soll sie in „Napoleon and Betsy“ begegnen. Ach ja, und als eine Art weiblicher Gladiator wird man sie in „Amazon“ bewundern können.

Mit der Wahl ihrer Rollen beweist Scarlett Johansson einmal mehr, wie clever sie ist. Denn es wäre zwar sehr bequem, aber zugleich ziemlich gefährlich, sich auf die Rolle der blonden Sexbombe festlegen zu lassen. Insofern gleicht sie statt Marilyn Monroe doch vielleicht eher Lauren Bacall und Grace Kelly, den Leinwandgöttinnen der Vierziger- und Fünfzigerjahre. Outfits im Stil dieser Zeit trägt sie ja bereits. Und mit dem Charme und Witz einer echten Filmdiva wickelt sie die Medien um ihren Finger. Dass sie bei aller Direktheit immer den richtigen Ton trifft, hat sie unzählige Male bewiesen – nicht nur, wenn sie inbrünstig „Just Like Honey“ singt.

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Von Kindermädchen und Königshäusern