Schadenfroh über Heidis und Seals Trennung? Warum wir Promi-Ehen gerne scheitern sehen
"Ha, da war doch nicht alles perfekt!“, mag sich diese Woche so manch einer gedacht haben. Dass selbst eine Glückspächterin wie Heidi Klum in der Liebe versagt, vermittelt uns ein gutes Gefühl.
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Da schienen sie noch glücklich: Heidi Klum und Seal bei den Emmy Awards 2011 in Los Angeles
Zum einen war da die allseits bekannte Model-Expertin, die mit großem Vollstreckerwillen ihre „Mädchen“ aussortierte. Aber zwischendurch, so erzählte Günther Klum gern, zwischendurch fand sie immer noch die Zeit, um beispielsweise mal eben die Kleine zu stillen. Wenn sie „Germany´s next Topmodel“ aufnahm, dann logierte der dynastische Nachwuchs so manches Mal bei Oppa Günther und Omma Erna in Bergisch Gladbach. Kein Wunder, dass der Heidi einer Umfrage zufolge fast die Hälfte der Deutschen den Job der Familienministerin zugetraut hätte.
Am Montag dann also die Mitteilung, dass man sich zwar weiterhin liebe – sehr sogar – aber nach eingehender Gewissenserforschung doch feststellen muss, dass man sich auseinandergelebt hat. Womit bestätigt scheint, was selbst der flüchtige Leser von Wartezimmer-Magazinen längst zu wissen glaubt: Promi-Ehen müssen scheitern. Je dicker die Rückenflosse, desto sicherer.
Wer ehrlich ist, wird zugeben: Da ist etwas tief im spießbürgerlichen Psychohaushalt, das diese Ehen scheitern sehen will. Stichwort ausgleichende Gerechtigkeit. Nehmen wir mal Brad Pitt und Angelina Jolie, zwei Menschen, neben denen sich normale Sterbliche „wie Genitalwarzen ausnehmen“ („The Guardian“). Sie sind nicht nur schön, sondern auch berühmt und reich und haben sehr viele Kinder. Und nun soll ihnen auch noch eine dauerhaft glückliche Ehe beschieden sein? Das kann nicht sein – das darf nicht sein! Heidi Klum scheint sich zudem in besonderer Weise die Ressentiments deutscher Mütter zugezogen zu haben, seit sie dank sportlicher oder diätetischer Anstrengungen auch nach der vierten Geburt schon sehr schnell wieder eine super Figur machte.
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Bei all dem sind Heidi und Seal auch noch unterschiedlicher Nationalität. Das muss natürlich nichts heißen. Aber offenbar ergab sich auch daraus eine gewisse Verkomplizierung. Jedenfalls zitiert die britische „Sun“ ihren Landsmann Seal mit den Worten: „Natürlich haben wir Meinungsverschiedenheiten. Ich meine, sie ist Deutsche und ich bin Engländer, also wenn ich da sagen würde, wir haben keine Meinungsverschiedenheiten, das würde sowieso niemand glauben.“
Eine dieser Meinungsverschiedenheiten hat sich demnach daran entzündet, dass sie die Bescherung stets an Heiligabend machen wollte, er aber nach englischer Tradition am Morgen des Ersten Weihnachtstages. Ja, und das ist nun wieder etwas, das einem bekannt vorkommt: Es sind die ganz kleinen, im Grunde nichtigen Alltagsdinge, die eine Ehe zerbrechen lassen.
All dies fügt sich zu einer Botschaft zusammen, die dem Normalbürger seit jeher sehr willkommen ist. William Shakespeare hat es so formuliert: „Ich glaube, der König ist nur ein Mensch wie ich."
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Quelle: Christoph Driessen, dpa
Kay
| 25.01.2012, 20:23
Spießbürgerlicher Psychohaushalt
Was ist das denn für eine Erfindung? Die Promis dieser Welt haben diesen Zustand mit ihren insznierten (und geheuchelten) Bilderbuchehen doch selbst provoziert. Zuerst macht man einen auf absolutes Traumpaar legt dank Medienpräsenz eine unerreichbare Meßlatte für die Normalos der Welt - und dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn Schadenfreude auftritt, sobald dieses Märchen sich als solches entpuppt hat. Schließlich sorgen solche falschen Vorbilder auch für gewissen Frust - aber das kümmert die Starlets dieser Welt nicht, solange die Gagen für die Bilderbuchehe-Fotos in der Klatschpresse stimmen.
Was ist das denn für eine Erfindung? Die Promis dieser Welt haben diesen Zustand mit ihren insznierten (und geheuchelten) Bilderbuchehen doch selbst provoziert. Zuerst macht man einen auf absolutes Traumpaar legt dank Medienpräsenz eine unerreichbare Meßlatte für die Normalos der Welt - und dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn Schadenfreude auftritt, sobald dieses Märchen sich als solches entpuppt hat. Schließlich sorgen solche falschen Vorbilder auch für gewissen Frust - aber das kümmert die Starlets dieser Welt nicht, solange die Gagen für die Bilderbuchehe-Fotos in der Klatschpresse stimmen.
Grammatik?
"Unter einem Hut", bitte.
"Unter einem Hut", bitte.








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