Grau melierter BeauLeben ohne Geliebte

George Clooney
George Clooney und Brad Pitt drehen wieder gemeinsam

Vielleicht ist er ja in der falschen Zeit geboren? „Das denke ich manchmal auch“, bestätigt Clooney. Tatsache ist, dass er aus demselben Holz geschnitzt ist wie die Leinwandhelden in Hollywoods goldenen Zeiten: Neben den smarten Herzensbrechern Dean Martin, Cary Grant und Gregory Peck hätte er sich mühelos behaupten können. Clooney lacht über solche Vergleiche. Dabei sind seine Manieren Old Style, sein hellwacher Humor taugt für Screwball-Comedys: „Welches Zeichen sind Sie?“ „Achtung, Steinschlag.“ Eigentlich war sein Sternzeichen gefragt. George ist Stier. Die gelten angeblich als ehetauglich und solide.

Überhaupt verkörpert der grau melierte Beau alte Tugenden, die heute etwas aus der Mode gekommen sind. Clooney, schrieb das „People Magazine“, als es ihn Ende 2006 zum zweiten Mal zum „Sexiest Man Alive“ kürte, sei nicht bloß klassisch schön, sondern auch aufrichtig. Beispielsweise lässt er PR-Präsente, mit denen Promis überschüttet werden, links liegen. „Ich brauche kein Mobiltelefon mit Strasssteinen“, wurde er zitiert, „das wirft nur ein schlechtes Licht auf uns Schauspieler“. Statt SMS schreibt er sowieso lieber Briefe auf der Schreibmaschine. Und saust in einem Tango-Elektromobil über den Sunset Boulevard.

„Ich nehme an, man muss mit seiner Sexualität im Reinen sein, wenn man so ein kleines Auto fährt“, schmunzelt er. Doch trotz Umweltengagement und leidenschaftlichem Einsatz für die Demokraten will er nie für ein politisches Amt kandidieren, weil er neben einer unguten Vorliebe für Wodka-Martinis „mit Millionen Frauen geschlafen hat“. Nur wo sind sie bloß, die Scharen von Geliebten?

Nie hat auch nur eine ihre Seele den Medien ausgeschüttet. Talia Balsam, die sich von 1989 bis 1993 Mrs. Clooney nennen durfte, spielte 2003 friedlich in der Fernsehserie „K-Street“ mit, die ihr Ex koproduzierte. Die Frau, die ihm das inzwischen verstorbene Hängebauchschwein Max vor 18 Jahren vermachte, Kelly Preston, heute Mrs. Travolta, erzählt lediglich die Anekdote, dass sie den Eber aus ihrem Büstenhalter fütterte. Die Pariser Studentin Céline Balitran, die Georges Männerhaushalt von 1996 bis 1999 führte, hat es zu bescheidenem Ruhm gebracht und moderiert eine Talentshow im französischen Fernsehen. „Schön war die Zeit mit George“, sagt sie. „Aber sein Leben ist so erfüllt, er brauchte mich nicht.“

Auch die britische Talkmasterin Lisa Snowdon, Long-Distance-Geliebte von 2000 bis 2005, findet warme Worte: „Er ist so herrlich normal. Als eines nachmittags Matt Damon, Brad Pitt, Catherine Zeta-Jones und Michael Douglas in seiner Villa am Comer See vorbeikamen, musste ich schnell zu Hause anrufen, um auf dem Teppich zu bleiben.“ Und dann ist da noch seine angebliche Ex-Verlobte Renée Zellweger, mit der er gerade „Leatherheads“ dreht …

Warum, fragt nicht nur seine gute Freundin Julia Roberts, sehen wir ihn so selten in weiblicher Begleitung? „Ich date doch gerade drei Girls gleichzeitig“, scherzte der Angesprochene vor Kurzem in einer Talkshow. Ob das auch Georges neueste Liaison weiß? Das 29-jährige Model Jennifer Aguero, doppelt geschiedene Mutter zweier Kinder, werde Clooney das Herz brechen, heißt es jedenfalls aus ihrem Familienumfeld.

Gewiss nicht. Denn ihr Lover gehört allen Frauen – als fernes Ideal. Ein Hollywoodstar mit Hirn. Ein Haudegen und Gentleman. Mit Villa in Italien. Ein Traummann. Und Traummännern bricht niemand das Herz. Das gibt es nur im Kino.  

Brigitte Steinmetz

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