Sharon StoneDiktieren und amüsieren

Was sie will, kriegt sie. Für die Dreharbeiten von „Basic Instinct 2“ faxte sie eine fünfseitige Liste von Forderungen an den Produzenten:
3 Fulltime-Nannys,
1 Koch,
1 nichtrauchender Chauffeur,
1 Privatjet,
1 Cadillac für ihren Pilates-Lehrer.
Und so weiter. Ein Studioboss stöhnte: „Sharons Wort ist Gesetz. Sonst wirst du dafür büßen. Sie ist keine Diva, sondern eine richtige ausgewachsene Primadonna.“

Richtig: Auf den Plakaten muss ihr Name so groß gedruckt werden wie der Filmtitel, nur damit dem letzten Deppen klar ist: Dies ist die Sharon-Stone-Show und sonst gar nichts. Damit sie nicht aus der Übung kommt, amüsiert sie sich gelegentlich mit kleinen Fingerübungen im Manipulieren. Auf dem Weltwirtschaftsforum 2005 in Davos stahl sie dem tansanischen Präsidenten Mkapa die Show, indem sie mitten in seiner Rede aufstand und die Zuhörer nötigte, auf der Stelle in ihre Taschen zu greifen und für Moskitonetze zu spenden. Ergebnis: eine coole Million Dollar nach zehn Minuten.

So schnell geht das oft auch mit Männern. Angeblich hat sie mal ihre Assistentin zu einem Endzwanziger, einem jungen Filmproduzenten, mit den Worten geschickt: „Sharon Stone würde Sie gern kennen lernen.“ Der Beginn einer Affäre. Acht Monate später war sie mit ihm durch.

Amüsieren

Nichts versöhnt so sehr mit einer Diva wie eine Überdosis Humor: Ihre Männerfresserin in „Basic Instinct 2“ spielt sie wie eine Parodie von 1992, mit Vollgas und wie eine nicht angeleinte Dschungelkatze.

Sonderlich ernst nimmt sie sich dabei nicht: Ihre Nacktszene in einem Jacuzzi beschreibt sie als „emotionalen Kubismus“ – wer das zu verstehen versucht, ist ihr schon auf den Leim gegangen. Ihr Witz macht auch vor ihren dunkelsten Momenten nicht Halt. Nachdem sie kurz hintereinander eine fast tödliche Hirnblutung und eine Scheidung hinter sich gebracht hatte, sagte sie: „Noch so ein Ding, und mein Leben wäre ein Country-Song.“