Star-Model Eveline HallMit 65 Jahren eroberte sie die Laufstege

von AMICA Online Redakteurin
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© Jaan-Eric-Fischer/JACKS-BEAUTY-ISSUE, 01-2011
Mit 30 Jahren haben die meisten Models ihren Zenith längst überschritten. Doch Eveline Hall beschloss erst als sie mehr als doppelt so alt war, als Model arbeiten zu wollen. Und das Erstaunliche: Es dauerte nicht lange und die Berlinerin war gut gebucht. Sie präsentierte Looks für Michalsky während der Fashion Week Berlin, stand für Zeitschriften wie „Tush“, „Zeit Magazin“ oder „Quality Magazine“ vor der Kamera. „Ihr Look ist faszinierend  und sie ist ein Vorbild für uns Frauen“, urteilt etwa Star-Fotografin Ellen von Unwerth. Wann immer es um zeitlose Schönheit geht, wird die heute 68-Jährige gebucht. Aber nicht nur dann. „Eveline ist eine positive Sonne. Als sie über meinen Catwalk lief, dachte ich, die steckt alle […] Mädchen in die Tasche!“, schwärmte Designer Michael Michalsky nach dem Auftritt in seiner Show – ihr Durchbruch.

Der Erfolg und ihre Präsenz kommen nicht von ungefähr: Versehen mit dem Künstlergen – ihre Mutter war Tänzerin, ihr Vater Schauspieler Kurt Klopsch – begann sie schon in der Grundschule mit Ballett, später avancierte sie zur Solotänzerin an der Hamburger Staatsoper, wurde schließlich vom „Lido“ engagiert und ging als Revue-Girl nach Las Vegas. Wieder zurück in Deutschland stand sie auf der Bühne des Thalia Theaters. Außerdem tanzte sie schon in den Siebzigerjahren in choreographischen Schauen für Fendi, Dior und Balmain.

[kein Linktext vorhanden]Ihre Autobiographie „Ich steig‘ aus und mach ‘ne eigene Show“ (der Titel eines Musicals, in dem sie mitwirkte) entstand nun zusammen mit den Autorinnen Hiltrud Bontrup und Kirsten Gleinig. Sie erzählt nun vom ungewöhnlichem Leben der ständigen Aussteigerin. Davon, dass sie schon „'Abenteuerkind' war bevor sie laufen konnte“ und sich in fremde Häuser stahl. Beschreibt, wie sie eine reiche Freundin besuchte und dort „etwas Glänzendes, Seidiges“ fand: Spitzenschuhe. Wie sie sich darin von einer Fee verzaubert fühlte und sofort Balletttänzerin werden wollte. Wie ihre Mutter sagte: „Wenn du als Tänzerin nicht alles aufgibst, gehst du unter.“ Wie sie alles aufgab, keine anderen Hobbys und keine Freundinnen mehr hatte, sondern nur das Tanzen. Wie sie von Kolleginnen gemobbt wurde, als sie schon mit 16 Jahren an der Staatsoper den Pas de trois tanzen durfte. Wie sie das süße Leben im Balletturlaub in Südfrankreich kennenlernte , sieben Kilogramm zulegte und den Verpflichtungen entsagte. Das Buch berichtet auch von der schweren Umstellung auf die neue Art des Show-Tanzens. „Ich war so klassisch als Tänzerin, klassischer als alle anderen. Ich wollte mir beweisen, dass ich imstande war, aufzubrechen und etwas anderes zu machen. Doch klassisch hieß auch verbissen. Ich war so verbissen, dass ich mich gar nicht einlassen konnte auf lockeres Arbeiten.“ Ins Schwärmen gerät die Künstlerin bei der Schilderung ihrer Auftritte als Tänzerin in Modenschauen. „Die Shows und das ganze Drumherum – ich habe es geliebt! Wir wohnten in tollen Hotels, wurden köstlich verpflegt, alles war unglaublich luxuriös.“

Lesen Sie auf der nächsten Seite, was in Eveline Halls Liebesleben passierte und wie sie mit 65 Jahren einen Neuanfang wagte.

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Mit 65 Jahren eroberte sie die Laufstege