Umgang mit StarsDer Bullshit-Detektor

Wenn mir jemand so schmeichelt, schlägt eigentlich mein eingebauter Bullshit-Detektor Alarm. Diesen Begriff habe ich von Cosma Shiva Hagen. Der Bullshit-Detektor zwingt einen, das Wohlgefühl, das hochsteigt, wenn man von einem Weltstar ein Kompliment bekommt, zu unterdrücken und nicht zum Fan zu werden, sondern so fokussiert oder gelangweilt zu bleiben, als würde man gerade ein Vorstandsmitglied der Deutschen Bank zu möglichen Schließungen von Niederlassungen befragen.

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Und dann hatte ich mal einen Interview Slot bei
Mariah Carey, die als eine der launischsten, verschrobensten und absonderlichsten Sängerinnen gilt. Als ich nach einer Verspätung von über vier Stunden tatsächlich in ihr Zimmer durfte, musste ich davon ausgehen, dass ich vielleicht nicht gelangweilt bleiben konnte. Deshalb hatte ich als Sicherungsmaßnahme veranlasst, dass mich ein Bekannter während des Interviews auf meinem Mobiltelefon anrufen sollte, um Frau Carey zu stören.

Das Telefon piepste also plötzlich während des
Interviews. Sie sagte: „Bitte, nehmen Sie den Anruf entgegen.“ – „Damit ich sagen kann: Ich kann gerade nicht sprechen, ich interviewe Mariah Carey?“ – „Ja, das wäre lustig“, sagte sie und lachte ein Lachen, das echt schien. „Und wenn es meine Mutter ist?“ – „Dann würde ich gern kurz mit ihr sprechen.“

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How to be a star

Titel: How to be a Star
Autor: Mark van Huisseling
Verlag: Nagel & Kimche
Preis: 12,50 Euro

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Der Bullshit-Detektor