Stil-Ikonen Bella Sophia

 

Vom Mädchen aus armen Hause zum gefeierten Weltstar: Sophia Lorens Lebensgeschichte klingt wie ein Hollywood-Märchen. Aber wie war es wirklich?
Text: Veronika Schaller
© Sophia Loren - Eine Hommage in Fotografien
Rom, 1962. Das Telefon klingelt. Es reißt eine Frau mit kastanienbraunen Haaren, Katzenaugen und den wohl sinnlichsten Lippen der Welt aus dem Schlaf. „Du hast gewonnen, gewonnen, gewonnen! Sophia!“ schreit jemand am anderen Ende der Leitung in den Hörer.

Es ist Schauspielkollege Cary Grant. Und langsam dämmert Sophia Loren, dass das scheinbar Unmögliche möglich geworden war: sie hatte als erste ausländische Hauptdarstellerin in einem ausländischen Film den Oscar bekommen.
© Sophia Loren - Eine Hommage in Fotografien
Sophia Loren in „Und dennoch leben sie"

Der Weg zum Erfolg

Für „Und dennoch leben sie“ bekommt Sophia Loren, eigentlich Sofia Villani Scicolone, viel Anerkennung. Aber hinter ihr liegt ein harter Kampf.

Denn in einer Kleinstadt bei Neapel wächst Sophia Loren in ärmlichen Verhältnissen auf. „Als ich ein Kind war, war Angst ein gewöhnlicher Bestandteil meines Lebens“, sagte Sophia Loren später: „Angst davor, nichts zu essen zu haben und Angst vor den anderen Kindern in der Schule, weil ich ein uneheliches Kind war.“

Schon als Jugendliche nimmt sie an Miss-Wahlen Teil. Aber die Nachbarskinder verspotten sie als Zahnstocher und die Jury-Mitglieder attestieren ihr „zu viel“. Zu viel Oberweite, zu breiter Mund, zu große Augen. Sie wird immer nur Zweite.

Mit gerade Mal sechzehn Jahren hat sie dann Glück: der 37-jährige Filmemacher Carlo Ponti entdeckt die Italienerin, fördert sie, und bringt sie nach Hollywood. Sie steht mit Richard Burton, Marlon Brando, Clark Gable und Cary Grant vor der Kamera und spielt nebenbei in italienischen Produktionen.
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Privates Glück und Unglück

Auch privat werden Carlo Ponti und Sophia Loren ein Paar. Nur die Hochzeit gestaltet sich schwierig, weil Ponti noch verheiratet ist. Erst nach einigen Umwegen können sie sich 1966 in Paris trauen lassen.

Außerdem erleidet Sophia Loren einige Rückschläge: bevor sie zwei gesunde Söhne zur Welt bringt, hat sie drei Fehlgeburten. 1980 wird sie wegen Steuerhinterziehung zu 30 Tagen Haft verurteilt. Ihr Ehemann verstirbt 2007. Aber sie sagt: „Ich habe nie versucht, schmerzhafte Erinnerungen an die Vergangenheit zu verdrängen. Sie machen einen zu dem Menschen, der man heute ist.

Heute ist die immer noch schöne und talentierte Sophia Loren, die so genannte „Miss Eleganza“, die „La Figura“, die „Super-Mamma“ 75 Jahre alt und wird von der Welt geliebt. Für ihre mehr als vierzig Filme genau so wie für ihre positive Lebenseinstellung und ihren Einsatz für Wohltätigkeitsorganisationen.

Belohnt wird Sophia Loren 1991, mit dem Oscar für ihr Lebenswerk. In ihrer Rede verkündet sie: „Das ist einer der schönsten Momente meines Lebens“ und ich werde ihn niemals vergessen. Niemals, niemals, niemals.“

Und eines ist sicher: Auch Sophia Loren wird niemals vergessen werden.
Titel: Sophia Loren – Eine Hommage in Fotografien

Herausgeber: Hilary Gayner

Autor: Manfred Hobsch

Verlag: Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag, Berlin 2009

Preis: 29,90 Euro
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