Supermodel Karolina Kurková„Andere Models verstehen nicht, dass Familie zählt“

von AMICA Online Autorin
Alle Infos zu Ramona: oder folge mir auf

© Ramona Nickl
Diese langen Beine lassen selbst Profi-Kletterer Stefan Glowacz klein aussehen: Karolina Kurková in Sölden.
„Kommt Leute, auf geht’s!“ Supermodel Karolina Kurková macht in ihrem Sportoutfit beim Wandern eine gute Figur. Von Schlafmangel und Frust über fiesen Nieselregen ist bei der 30-Jährigen an diesem Morgen keine Spur. Im Gegenteil: Im blauen Outfit mit knallpinken Sportschuhen springt das tschechische Model wie ein Flummi durch die idyllische Dorfkulisse nahe der Stadt Sölden in Österreich, ihre Managerin kommt bei diesem Tempo kaum nach.

Diese Szene ist bezeichnend für das Supermodel, das von Designern wie Karl Lagerfeld, Louis Vuitton oder Valentino gebucht wird.  Karolina Kurková gehört im Alter von 30 Jahren zu den bestbezahlten Models weltweit. Diese Position hat sich die Tschechin in den vergangenen Jahren erkämpft. In Österreich ist das Model als Markenbotschafterin des neuen BMW 2er Active Tourer neben Kletterer Stefan Glowacz zu Gast. „Es ist wunderschön hier!“

© Ramona Nickl
Langbeinige Schönheit - Karolina Kurková beeindruckt nicht nur mit ihren 1,80 Metern Körpergröße.
Vom Mobbing-Ziel zum Supermodel

Die Kindheit des Models in Tschechien war wenig glamourös. Dennoch erinnert sich Karolina Kurková gerne zurück: „Ich war im Sommer oft bei meinen Großeltern. Pilze sammeln, Blaubeeren pflücken, im See hinterm Haus schwimmen – das habe ich schon immer geliebt.“ Nach einer beschaulichen Kindheit folgte der Durchbruch als Model: Entdeckt wurde Karolina Kurková mit 15 Jahren, nachdem ein Freund ohne ihr Wissen Bilder an eine Prager Modelagentur schickte. Spätestens seit es für Prada direkt mit einem Exklusivvertrag eingestellt wurde, ging es steil bergauf für das Mädchen aus der 40.000-Einwohnerstadt Děčín.

„Plötzlich sagten mir Menschen ‚Du hast super Beine, Mädchen!‘ und steckten mich in kurze Röcke.“ Ihre Körpergröße mit den langen Beinen war bis dahin nur Mobbing-Ziel der Mitschüler gewesen. „Ich war schon immer die Größte von allen und habe mich nie getraut, Kleider oder Röcke zu tragen.“

2001 wurde Karolina Kurková dann endgültig zum Star: Als eines der jüngsten Models schaffte sie es aufs Cover der US-„Vogue“. Von 2000 bis 2008 lief die Tschechin für das Dessous-Label Victoria’s Secret, zwei Mal präsentierte sie schon den diamantbesetzten „Fantasy Bra“. Doch seit Karolina Kurková 2009 ihr erstes gemeinsames Kind mit Ehemann Archie Drury zur Welt brachte, steht die Familie an erster Stelle.

Fans des Stils der 30-Jährigen müssen sich deshalb noch etwas gedulden: „Klar habe ich schon daran gedacht, eine Modewebsite zu machen oder eine eigene Kollektion zu entwerfen. Aber wenn ich etwas mache, dann stehe ich da auch 100 Prozent dahinter. Deshalb dauert das alles seine Zeit, bis man die passenden Leute gefunden hat, um das Ganze umzusetzen.“ Nur ihren Namen für ein Produkt hergeben, um Geld zu machen? Davon hält das Supermodel wenig.

[kein Linktext vorhanden] „Wo meine Familie ist, ist meine Heimat“

Viel Zeit für kreative Phasen hat Karolina Kurková ohnehin kaum. „Wir sind jetzt schon seit fünf Wochen non-stop unterwegs, ich bin ein globaler Bürger - wo meine Familie ist, ist meine Heimat.“ In Miami hat die Familie jedoch ihren festen Wohnsitz. „Wir wollen diesen ganzen Medienrummel nicht“, beschreibt Filmproduzent Archie Drury das Leben der dreiköpfigen Familie. Wie bodenständig Karolina Kurková ist, überrascht selbst ihre eigenen Freunde. „Wenn wir Freunde zum Essen da haben, sind sie ganz erstaunt, wenn ich nach dem Essen den Abwasch mache. ‚Wie, du spülst ab?‘“

Auf wilde Hollywood-Partys und die High Society verzichtet das Paar gerne, auf Reisen sind Sohn Tobin und Ehemann Archie Drury immer mit dabei. „Im Vordergrund steht für mich immer, etwas machen zu können, bei dem ich meine Familie um mich haben kann.“ Auch in ihrem Freundeskreis legt Karolina Kurková Wert auf diese Haltung: „Klar, hatte ich mal viele Supermodelfreundinnen. Mittlerweile sind es aber nur noch die, die selbst schon Kinder haben. Alle anderen verstehen nicht, dass die Familie vor geht.“

1
„Andere Models verstehen nicht, dass Familie zählt“