Tatjana PatitzEtikettenschwindel

© Phillip Dixon

AMICA: Viele Frauen haben Angst vor dem Vierzigsten. Haben Supermodels Superangst?

TATJANA PATITZ: Nein. (lacht) Die Zahl 40 hat mich überhaupt nicht gestört. An mir ist dieser Geburtstag einfach vorübergegangen. Ich fühle mich jetzt besser als mit 20.

Mit 20 gehörten Sie neben Cindy Crawford, Naomi Campbell und Linda Evangelista zur ersten Generation der Supermodels. Sie waren Peter Lindberghs Muse. So schlecht können Sie sich damals nicht gefühlt haben.

Ich hatte viel Spaß, alles war toll und sorgenfrei. Aber ich wäre lieber jemand anders gewesen. Kleiner, weniger Busen … Und ich war so unreif. Heute fühle ich mich wohl in meiner Haut.

Sie galten als die Mysteriöse unter den Supermodels.

Das sind nur Etiketten. Die eine „next door“, die andere exotisch … Man hielt mich vielleicht für mysteriös, weil ich auch mein eigenes Leben außerhalb des Business’ führte. Ich fühlte mich nicht besonders wohl in New York, mir fehlte die Natur. Also habe ich mich mit 21 nach L.A. abgesetzt. Und das haben manche nicht verstanden. Meine Agentur prophezeite mir das Ende meiner Karriere.

Dabei war das noch, bevor Sie den legendären Werbespot für Levi’s drehten.

Meine Karriere lief im gleichen Tempo weiter wie zuvor, ich musste einfach nur mehr reisen.