Tatjana PatitzNatürliche Schönheit

© Phillip Dixon

AMICA: Mögen Sie Castingshows wie Heidi Klums „Germany’s Next Topmodel“?

TATJANA PATITZ: Ich gucke keine dieser Sendungen. Modeljobs machen mir immer noch sehr viel Spaß, aber ich liebe mein Leben mehr als die Arbeit. Mir ist es wichtig, mich als Mensch zu kultivieren. Im Moment arbeite ich an einem Dokufilm über Wildpferde. Eine Herzensangelegenheit. Ich bin kein Workaholic.

Aber Sie sind immer noch ein gefragtes Model.

Ich würde sogar sagen, modeln macht mir fast noch mehr Spaß als früher. Weil ich jetzt die Ernte meiner Karriere einfahre. Ich kann mir aussuchen, für welches Produkt ich mein Gesicht hinhalte.

Sie sind auf dem Cover des neuen Otto-Katalogs.

Richtig. Solche Aufträge sind sozusagen die Früchte meiner Karriere. Ich präsentiere im neuen Otto-Katalog unter anderem auch Produkte aus „Cotton made in Africa“. Ein Traumjob, denn ich kann mich voll und ganz mit der Idee dahinter identifizieren.

Sind Sie auch so naturverbunden, wenn es um Ihr Aussehen geht?

Ich bin sehr für holistische Methoden. Ich habe einen chinesischen Kräuterarzt und einen Akupunkteur, die besuche ich regelmäßig.

Was halten Sie von Schönheitsoperationen?

Das einzige Mal, das ich mich freiwillig unters Messer gelegt habe, war vor fünf Jahren bei einem Neurologen. Da ist mir eine Bandscheibe geplatzt und die andere war so platt, dass ich drei Monate nur gekrümmt laufen konnte. Operationen aus reiner Eitelkeit finde ich schlimm.

Und Botox?

Mag ich nicht. Wenn ich im Supermarkt in Malibu stehe, erschrecke ich oft, wenn sich die Frauen umdrehen, die von hinten wie 20 aussehen, aber von vorn faltenlose 60 sind. Diese operierten Gesichter sehen irgendwie alle noch älter aus. Ich finde das unheimlich.

Sie kennen doch bestimmt einige Modeltricks.

Ach, Wundermittel gibt es nicht. Ich mag Éminence, das ist eine Bio-Pflegelinie aus Ungarn. Die Lemon Cleansing Milk und das Couperose-C-Serum sind phantastisch – gerade für uns 40-Jährige. (lacht)