Nadja Auermann Die deutsche Diva
Gerhard Schröder war der Brioni-Kanzler. Nadja Auermann könnte die Gucci-Kanzlerin werden. Denn das Supermodel hat noch viel vor.
Text: Petra Pfaller
Es ist kalt in New York und die Gucci-Kleider dünn. Zwölf Leute am Set frieren, rauchen, wollen ins Warme. Wieder und wieder fordert der Fotograf Warwick Saint Nadja Auermann auf, die „Ich steige graziös aus der Limousine“-Szene zu wiederholen. Sie murrt nicht, sie steigt ein und aus, ein und aus, ein und aus … Sie ist ein Vollprofi, bemerkt noch vor der Stylistin den kleinsten Fussel an der schwarzen Robe, sie ist pünktlich, groß, blond, diszipliniert, preußisch durch und durch.Shootings wie das für AMICA sind eine Ausnahme; vor vier Jahren zog sich das Supermodel (Karl Lagerfeld nannte sie die „Marlene Dietrich der Neunziger“) weitgehend von Laufsteg und Kameras zurück. Sie nahm Schauspielunterricht, drehte zwei Fernsehfilme, die von Kritikern extrem gut besprochen wurden, wollte sich nach der Scheidung von Schauspieler Wolfram Grandezka vor allem um ihre Kinder Nicolas, 8, und Cosima, 10, kümmern.
Und um Hunderte andere auch: Als Botschafterin für das internationale, über Spenden finanzierte Hilfsprojekt „School for Life“(www.school-for-life.org) engagiert sie sich für thailändische Aids- und Tsunami-Waisen, bereits Jahre zuvor unterstützte sie die deutsche Kinder- und Jugendstiftung in Berlin. Was sie tut, tut sie nicht laut und niemals in Model-Pose. Im Interview fällt kein einziges Mal das Wort „Charity“. Nadja Auermann spricht von Verantwortung.
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