Madonna Die größe Popdiva aller Zeiten

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Keine hat mehr Gesichter. Keine hat mehr Erfolg. Im August wird sie 50. Gerade erschienen: ihr elftes Album „Hard Candy“. Der Starjournalist Jefferson Hack besuchte die größte Pop-Diva aller Zeiten in ihrem Haus in London. Ein Gespräch über Konkurrenz mit Jüngeren, Panik auf der Bühne und wofür sie sich heute (ein bisschen) schämt.
Stilwandel über die Jahre
Madonna empfängt uns im Arbeitszimmer ihres Londoner Hauses. An den Wänden hängen zahlreiche Gemälde und Fotografien aus ihrer Privatkollektion. Sie trägt die Haare offen, dezentes Make-up, Blue Jeans, eine schlichte Bluse über dem schwarzen BH und versucht, Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. Wer eine Diva im erotischen Reitkostüm mit Gerte erwartet hat, muss sich bis zur nächsten Tournee gedulden.

Sie bewegt sich mit der Anmut einer Tänzerin und sieht viel jünger und schöner aus als auf Pressebildern – das mag an der entspannten Atmosphäre liegen. Gerade hat Madonna ihr neues Album „Hard Candy“ veröffentlicht, bei dem sie mit den Hitproduzenten Pharrell Williams, Timbaland und Justin Timberlake zusammengearbeitet hat.

AMICA: Sind die drei Herren wirklich so sexy?
MADONNA: Meinen Sie jetzt ihr Aussehen oder ihre Musik?
Beides.

Ja … sie sind heiß! (lacht) Pharrell ist der geborene Musiker. Einmal hat er sich einfach meine Akustikgitarre geschnappt, obwohl er gar nicht spielen kann, und sie als Perkussionsinstrument benutzt. Oder er hat irgendwelche Flaschen mit Löffeln bearbeitet. Im Studio sprüht er nur so vor Ideen. Dabei ist er überhaupt nicht prätentiös. Er ist eher wie ein übermütiger kleiner Junge. Wenn er zur Arbeit kam, holte er als Erstes seine Micky-Maus-Pantoffeln aus einer riesigen Hermès-Tasche und zog sie an. (lacht) Er nimmt sich eben nicht so furchtbar wichtig.
Während Madonna ihre neue CD laufen lässt, fällt der Blick auf ein Helmut-Newton-Foto an der Wand. Es zeigt folgende Szene: Eine Frau, die wie ein Madonna-Klon aussieht, sitzt auf der Bettkante und steckt sich eine Pistole in den Mund, als ob sie sich das Hirn wegpusten möchte. „Four Minutes To Save The World“, der zweite Song des Albums, tönt aus den Lautsprechern.

Timbalands Bläsersätze und wummernde Funk-Beats bilden den Klangteppich für Madonnas sexy hingehauchte Stimme und die Michael-Jackson-artige Melodie, die Justin Timberlake singt. Das Ganze hört sich an wie der Soundtrack für einen apokalyptischen flotten Dreier mit Superwoman, Batman und Robin. „Beim Songschreiben war ich mit Justin völlig auf einer Wellenlänge“, sagt Madonna. „Wir haben uns hingesetzt und ein Konzept überlegt. Und dann gingen die Wortspielereien los. Wir haben gegenseitig versucht, noch eins draufzusetzen und hatten Riesenspaß dabei. “

Und wie war die Zusammenarbeit mit Timbaland?

Er schien oft überhaupt nicht anwesend zu sein. Und dann riss er sich plötzlich die Kopfhörer herunter, jagte irgendetwas durch die Boxen und hob den Daumen. Er war so etwas wie der schweigsame Pate des Projekts.

Das neue Album wirkt mühelos und raffiniert zugleich. Einiges erinnert an den schnellen Future-Disco-Sound der letzten Platte „Confessions On A Dance Floor“. Hinzu kommt ein erotisches Feuerwerk aus R&B und Dancefloor-Rhythmen, aufgeraut mit Hip-Hop. Kurz: So klingt bedingungsloser Sex.
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