Viktor & Rolf Auf der Couch

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"Du, wir müssen reden.“ So fängt es immer an, wenn Viktor & Rolf ihre spektakuläre Mode entwerfen. In diesem Jahr feiern die Designer 15 Jahre „Gesprächstherapie“. Und die fixe Idee, dass sie eigentlich zu dritt sind ...
Text: Simone Herrmann
© Lyndon Douglas
Nur die Hornbrillen sind identisch. Und vielleicht noch diese besondere Art, sich zu kleiden. Sehr classy und mit jenem verschrobenen Charme des „gepflegten Herrn“ aus den 30ern, der für Viktor & Rolfs Herrenlinie Monsieur charakteristisch ist. Sonst sind die beiden holländischen Designer so verschieden wie ihre Hunde Zwaantje und Vicky. Viktor, kleiner und lebhafter als Rolf, mit großen, dunklen Kinderaugen und leisem Lächeln, trägt ein maßgeschneidertes Hemd, das selbst seine Jeans wie eine Anzughose wirken lässt. Rolf strahlt trotz seiner goldenen Sneakers den hintergründigen Ernst eines Psychoanalytikers aus.

Nichts ist wirklich, wie es scheint. Das Haus an der noblen Amsterdamer Herengracht, ein Stadtpalais aus dem 17. Jahrhundert mit Barockportal, Marmor, Stuck, Kristalllüstern, Goldleisten und Damast an den Wänden, bezeichnen sie mit niederländisch-protestantischem Understatement als ihre „Denkwerkstatt“. Ein Rückzugsort, kein Showroom. Einmal war es eine Bank. Natürlich nur für Privatkunden. „By appointment only“, meint Rolf Snoeren, das gelte bis heute. „Unten im Keller“, sagt Viktor Horsting, „steht noch der Tresor.“ Der wird allerdings nicht mehr gebraucht. „Das Kostbarste, was wir zurzeit haben …“, Viktor öffnet die Tür zu einem luftigen Rokokosalon, „ist hier.“
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