Agyness DeynShe is it

Text: Ben Reardon, Stefanie Neumann, Paul Flynn
© Reuters

Agyness Deyn sitzt in einem Pub im Londoner East End, nippt an einem Bier mit Limonade und telefoniert. Es muss ein wichtiger Anruf sein, das hört man an ihrem ausgesucht höflichen Tonfall. Sie legt das Blackberry zur Seite. Wer war das? „Die Assistentin von Donatella Versace.“ Und was wollte sie? „Mich zum Abendessen einladen.“ Kommt so etwas öfter vor? „In letzter Zeit? Ständig!“

Groß im Geschäft
NME Awards USA

Die Welt von Agyness Deyn ist wie der Höhepunkt eines coolen Konzerts, an dem die Zugabe-Rufe gar nicht mehr aufhören. Alle wollen Aggy. Modefirmen wollen ihr Gesicht für Werbekampagnen, Lifestyle-Magazine wollen ihren Style analysieren, Boulevardblätter den neuesten Klatsch über ihre Boyfriends und jeder will mit ihr durch die Clubs ziehen.

Seit zwei Jahren befindet sich die 25-Jährige in einem Erfolgsrausch, der nicht mehr aufhört. Gerade wurde Agyness Deyn vom „Tatler“ zur bestangezogenen Frau des Jahres gewählt. Und das Szenemagazin „i-D“ widmete ihr eine Ausgabe mit sieben verschiedenen Covers, die alle ihr Gesicht trugen.

„Ist schon ziemlich verrückt“, sagt sie und nimmt noch einen Schluck. „Dabei bin ich eigentlich gar nicht so wichtig.“ Stimmt. Weil wichtig nicht das richtige Wort ist, um Agyness zu beschreiben. Sie ist anders. Sie ist nicht die klassische Laufstegschönheit mit perfektem Gesicht, langer Mähne und noch längeren Beinen. Sie ist auch nicht die Sorte Frau, der Männer auf der Straße hinterherpfeifen. Sondern jemand, nach dem man sich überrascht umdreht und ihn dann nicht mehr vergisst. Ihre wasserstoffblonde Jungsfrisur, die stechend blauen Augen, ihre unbekümmerte Art, mit der sie eine karierte Herrenhose einfach mit einem breiten Gürtel zurechtzurrt oder eine Union-Jack-Handtasche zum Abendkleid trägt – das ist Agyness. Und genau das hat die in den Luxus verliebte Modewelt gebraucht.

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