Coco Chanel La Mademoiselle

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Sie war eine Grande Dame der Mode – und ihr Leben lang „Fräulein“. Vor vierzig Jahren starb Coco Chanel. In ihren revolutionären Kreationen aber lebt sie weiter.
Text: Kerstin Kotlar
© getty images
Gut behütet war Gabrielle „Coco“ Chanel erst, als sie selbst Hut-Designerin wurde. Denn Kopfschmuck machte das Mädchen aus armen Verhältnissen bekannt.

Über ihre Kindheit im katholischen Waisenhaus verlor die große Designerin des 20. Jahrhunderts kaum Worte – und wenn, dann in ausgeschmückten Legenden. Ihr Künstlername „Coco“ stammt aus der Zeit, als die spätere Stil-Ikone mit den Chansons „Qui qu’a vu Coco?“ und „Ko-Ko-Ri-Ko“ in Pariser Nachtclubs und Tanzlokalen auftrat. Diese Karriere beendete die Französin schnell und verlegte sich ganz aufs Schneidern. Das hatte sie im Kloster gelernt.
Schon mit den ersten Entwürfen ihres Kopfschmucks prägte Chanel ihren Stil: Schlichtheit. Nach dem Hutgeschäft 1910 in Paris folgten Läden in anderen Städten wie dem mondänen Seebad Deauville und Biarritz. Nicht mehr einengen, sondern befreien sollte Mode die Frauen. Wie ein Schmetterling entfaltete die eigensinnige Französin nach und nach ihre kreativen Facetten.

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„Die Mode ist gleichermaßen Raupe und Schmetterling. Seien Sie die Raupe am Tag und der Schmetterling am Abend. Es gibt nichts Bequemeres als eine Raupe und nichts Geeigneteres für die Liebe als einen Schmetterling“, findet die Designerin.

Alle Zwänge, die die Mode-Schöpferin umgaben, hat sie abgeschafft. Zuerst das Korsett, dann die langen Röcke und schließlich teuren Schmuck. Coco Chanel entwarf bequeme Kostüme, in denen Frauen sich wohlfühlten. Und das ohne den ganzen Prunk und Firlefanz, der die Belle Époque bis dahin dominierte.
© Douglas Kirkland
Revolutionär waren auch die neuen Stoffe wie Baumwolljersey und Tweed, die Mademoiselle zu ihren Twinsets und Matrosenjacken formte. Skandalös kurz waren die Röcke, die knapp unterhalb des Knies endeten, noch mehr Bein zeigte der gestrickte Badeanzug: Der Einteiler reichte nur bis zur Hälfte des Oberschenkels. So kreierte die Französin stilsicher neue Schnitte – nach der Abschaffung des Korsetts geht es vor allem um Bequemlichkeit.

Das war auch gleich der nächste zentrale Modeaspekt: Bewegung. Eine Frau soll sich ungehindert drehen können – um das einzufangen, schneidert sie auch am lebenden Model und nicht am Reißbrett. Sich selbst und die Models behängt Chanel am liebsten mit Perlen aller Art – der Modeschmuck wurde salonfähig.
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