Catherine Martin Oscars Darling

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Sie hat mehr Academy Awards als Nicole Kidman. Und einen berühmteren Mann. Mit ihrem neuen Film „Australia“ will Kostüm- und Setdesignerin Catherine Martin auch noch Nationalheldin werden. Nike Vlachos besuchte die Frau von Avantgarde-Regisseur Baz Luhrmann, die selbst in der Wüste nicht ohne vier Schrankkoffer auskommt.
Text: Nike Vlachos
© 2008 Twentieth Century Fox Film Corporation
"Komme gleich“, ruft die kleine Blonde und rennt mit zwei Kinderschuhen in der Hand hinter einem Auto her, das gerade durch das schwere Eisentor der Einfahrt entschwindet. Catherine Martin trägt einen langen schwarzen Kaftan, die Haare hängen strähnig herab und auf ihrer Nase sitzen schwarz gerahmte Glasbausteine, wie sie eigentlich nur böse Onkel, Schulleiter in Hogwarts oder berühmte Architekten tragen dürfen. Während ich noch überlege, ob es sich bei dieser Erscheinung wirklich um die begnadete Kostüm- und Setdesignerin handelt, sagt sie atemlos: „Ich bin eine fürchterliche Mutter. Fast wäre mein Sohn barfuß in die Vorschule gegangen.“

Sydney, Australien, Kings Cross. Hier lebt und arbeitet die prominenteste Unbekannte dieses Kontinents mit ihrem Mann, dem Regisseur Baz Luhrmann, und ihren Kindern Lillian Amanda, 5, und William Alexander, 3. Catherine Martin ist die einzige Australierin, die zwei Oscars gewonnen hat.

In nur fünf Minuten hat sie sich komplett verwandelt. Aus Dumbledore ist Tinkerbell geworden. Jetzt trägt sie ein kurzes schwarzes Kleid im Military-Stil, hohe Stiefel, die Haare sind elegant hochgesteckt und der Blick ist frei auf zwei himmelblaue Elfenaugen, die alles mit einem permanenten Staunen zu überziehen scheinen. Offensichtlich versteht die 43-jährige Designerin etwas von ihrem Job.
© 2008 Twentieth Century Fox Film Corporation
© 2008 Twentieth Century Fox Film Corporation
Das wird Martin der Welt mal wieder beweisen, wenn „Australia“ an Weihnachten in die Kinos kommt. Das Epos, das sie gemeinsam mit Ehemann Baz Luhrmann verwirklicht hat, will nicht weniger, als ihre Heimat neu zu definieren. Die Liebesgeschichte der englischen Aristokratin Lady Ashley (Nicole Kidman) und eines einfachen Viehtreibers (Hugh Jackman) in den Wirren des Zweiten Weltkriegs ist eine Mischung aus „Vom Winde verweht“ und „Jenseits von Afrika“.

Schon vorab wird dieses Movie international heftigst beworben und im eigenen Land gefeiert wie ein nationales Event. „Ich habe das Gefühl, wir sind wie ein Virus. Wir sind überall“, sagt Martin, und es klingt fast ein bisschen ängstlich. „Die Erwartungen sind grenzenlos. Der Druck auch.“ Kurzum: ein Must-see.
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